zahnarztpraxen 22 standortanalyse niederlassung DenPhaMedStandortanalyse für Gründer

Die modifizierte Ertragswertmethode als Ansatz für eine Standortbewertung

Ausgangspunkt einer Standortanalyse ist immer ein frei wählbares Postleitzahlgebiet (PLZ-Gebiet). Zusätzlich gibt es die Möglichkeit das Einzugsgebiet mit zu betrachten. Hierbei kann man gezielt benachbarte PLZ-Gebiete auf Basis der Patientenadressen oder alle angrenzenden Gebiete auswählen.

Bei der Analyse des Standorts werden verschiedene Teilbereiche der ausgewählten Postleitzahlgebiete mit Referenzregionen, wie Deutschland oder dem jeweiligen Bundesland, verglichen. Berücksichtigt werden demografische Daten, wie die Bevölkerungsstruktur nach Alter und Geschlecht, Durchschnittsalter für das aktuelle Jahr und auch Prognosen für die Zukunft sowie  wirtschaftliche und soziografische Merkmale des Standorts.

Demografische Betrachtung

Demografische Betrachtung

Erste Einschätzungen zu Umsatzpotenzialen erhält man durch die Darstellung der lokalen Konkurrenz und Zuweiser-Strukturen in Relation zu den demografischen Daten. Die wichtigste Kennzahl ist hierbei der sogenannten Versorgungsgrad. In ländlichen Gebieten wird bei 1.680 Einwohner je Vollzeit arbeitenden Vertragszahnarzt ein Versorgungsgrad von 100 Prozent erreicht. In städtischen Gebieten liegt der Wert bei 1.280 Einwohnern je Zahnarzt. Die lokalen Pendlerströme sollten hierbei ebenfalls beachtet werden.

Die wirtschaftlichen Stärken und Schwächen des Standortes lassen sich mit Hilfe der Kaufkraft, Einkommenskennziffern, Einkommen je Beschäftigten und Beschäftigungskennziffern darstellen. Zusätzlich runden die Bevölkerungsstrukturen von heute und in 15 Jahren, sowie die vorherrschende Haushaltsstruktur die Betrachtung ab. Bei der vorherrschenden Haushaltsstruktur wird geschaut, wie viele Quadratmeter Wohnraum pro Person zur Verfügung stehen, wie viele Personen je Haushalt leben und wie viele Single- und Kinderhaushalte es gibt.

Bestimmung des immateriellen Werts

Bestimmung des immateriellen Werts

Besondere Bedeutung findet die Standortanalyse bei der immateriellen Wertermittlung, dem sogenannten Goodwill, von Zahnarztpraxen. Die vom Bundesgerichtshof bestätigte, aber nicht zwingend vorgeschriebene, Methode zur Wertermittlung von Zahnarztpraxen nennt sich modifizierte Ertragswertmethode. Da bei dieser Methode die Patientenpotenziale eine wesentliche Einflussgröße darstellt, ist eine detaillierte Standortanalyse ein unerlässlicher Bestandteil der immateriellen Wertermittlung.

Die Länge des Ergebniszeitraums ist dabei im Einzelfall anhand der praxisindividuellen und praxisexternen Faktoren zu bestimmen. Die praxisindividuellen Faktoren sind vom Praxisbetreiber direkt beeinflussbar, während sich die praxisexternen Faktoren in der Regel aus dem Markt- und Wettbewerbsumfeld sowie der volkswirtschaftlichen Gesamtsituation ergeben und somit nicht direkt beeinflussbar sind. Mehr

Bestimmung des materiellen Werts

Bestimmung des materiellen Werts

Bei der Praxiswertermittlung hat neben dem immateriellen Praxiswert auch der materielle, der sogenannte Substanzwert, eine große Bedeutung. Unter Substanzwert versteht man die Summe der in der Zahnarztpraxis enthaltenen Vermögenswerte, also das gesamte notwendige Anlage- und Umlaufvermögen einer Praxis, sofern der Besitzer diese mit seiner Praxis verkauft. Die gesamten in der Praxis verbleibenden Vermögenswerte werden jeweils mit dem Zeitwert zum Bewertungsstichtag erfasst.

Die korrekte und aussagekräftige Zusammenstellung dieser Werte sollten Zahnärzte möglichst mit externen Beratern zusammenstellen, denn hier können sich leicht Fehler einschleichen, die später dann die gesamte Planung konterkarieren. Das liegt daran, dass Menschen dazu neigen, eigenen Werte im heilen Zustand weniger hoch einzuschätzen wie im Schadenfall. Erstere sind zu kaufen, letztere jedoch sind zu schützen.

Sie wollen wissen, wie zukunftsträchtig eine Praxis aufgrund ihrer Lage ist? Dann wenden Sie sich doch einfach an einen unserer Experten. Anfrage Standortbewertung (Mail an Zentralbüro)