zahnarztpraxen 24 praxisfinanzierung DenPhaMedSo gelingt die Praxisfinanzierung

Worauf Zahnärzte bei der Gründung achten sollten

Nur die allerwenigsten Zahnärzte und Zahnärztinnen dürften in der Lage sein, ihre Praxisgründung komplett aus eigenen Mitteln zu finanzieren. In der Regel sind Darlehen nötig. Schließlich ist eine Neugründung oder die Übernahme einer bestehenden Zahnarztpraxis in aller Regel eine kostspielige Angelegenheit.

Konkret kostete laut dem „InvestMonitor Zahnarztpraxis 2017“ die Übernahme einer Einzelpraxis durchschnittlich 367.000 Euro. Übrigens ist die Übernahme einer Einzelpraxis der häufigste Weg der Existenzgründung. 2017 machten Übernahmen 66 Prozent aller Gründungen durch Zahnärzte aus. Wer dagegen eine Einzelpraxis neu gründet muss mit Kosten in Höhe von 504.000 Euro rechnen. Dies ist die teuerste Variante der Existenzgründung. Bei Berufsausübungsgemeinschaften (27 Prozent der zahnärztlichen Existenzgründer) lag der Finanzierungsbedarf für eine Neugründung bei 412.000 Euro, für eine Übernahme bei 342.000 Euro. Bei diesen Zahlen ist aber zu beachten, dass diese Finanzierungsvolumina zum Teil starken Schwankungen unterliegen. So waren 2011 für die Neugründung einer Einzelpraxis 436.000 Euro nötig, im Jahr darauf waren es nur noch 406.000 Euro.

Der richtige Finanzierungsweg

Spätestens beim Gespräch mit dem Bankberater stellt sich die Frage nach dem richtigen Finanzierungsweg. Grundsätzlich kann zwischen folgenden Finanzierungsarten unterschieden werden:

  • Annuitätendarlehen
  • Tilgungsdarlehen
  • Endfällige Finanzierung

Beim endfälligen Darlehen (auch Zinszahlungsdarlehen) wird die Kreditschuld erst am Ende der Laufzeit komplett zurückgezahlt. Während der Laufzeit bleibt die Belastung auf Zinszahlungen beschränkt. Damit Kreditnehmer zum Laufzeitende ihre Schuld auf einen Schlag begleichen können, muss Vermögen aufgebaut werden, zum Beispiel mit Kapitallebensversicherungen, Investmentfonds und anderen Anlagen.

zahnarztpraxen 24 praxisfinanzierung finanzierungsweg DenPhaMedDoch bei diesen endfälligen Finanzierungen sollte man Vorsicht walten lassen. Denn in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass Finanzprodukte oft nicht so ertragreich waren, wie von dem finanzierenden Institut prognostiziert, so dass eine erhebliche Finanzierungslücke zum Ende der Laufzeit entstehen kann.

Wer lieber mit konstanten Raten arbeiten möchte, für den empfiehlt sich ein so genanntes Annuitätsdarlehen. Hier bleibt die finanzielle Belastung für den Kreditnehmer während der gesamten Laufzeit gleich. Zunehmend mehr finanziellen Freiraum erhalten Kreditnehmer, die ein Tilgungsdarlehen nutzen. Bei diesem Kredit sind die Tilgungsleistungen zwar über den gesamten Zeitraum konstant, dafür aber sinkt der Sollzinsanteil. Damit sinkt auch die finanzielle Belastung im Lauf der Zeit.

Liquidität darf nicht vernachlässigt werden

zahnarztpraxen 24 praxisfinanzierung liquiditaet DenPhaMedMit das schlimmste, was einem selbstständigen Zahnarzt oder einer Zahnärztin passieren kann, ist eine Zahlungsunfähigkeit. Deshalb sollte bei der Finanzierung und bei der Aushandlung der Darlehenskonditionen immer darauf geachtet werden, dass die eigene Liquidität nicht gefährdet ist.

Das gilt ganz besonders für Gründer, die eine komplett neue Praxis oder Berufsausübungsgemeinschaft öffnen. Denn junge noch nicht etablierte Praxen benötigen üblicherweise eine Anlaufphase von bis zu drei Jahren, bis sich die Einkünfte so entwickelt haben, dass Praxiskosten und Lebenshaltungskosten für Arzt oder Ärztin sowie Familie gedeckt werden können.

Existenzgründer leben, zumindest in den ersten Monaten der Selbstständigkeit, vom Betriebsmittelkredit. Deshalb sollte das Kreditlimit – das Existenzgründer mit der Bank für die Betriebsmittel vereinbart – möglichst großzügig ausfallen. Wird nämlich der Kreditrahmen gesprengt, verlangt die Bank für den nachträglich gewährten Betrag, der über dem Kreditlimit liegt, deutlich höhere Zinsen. Nach der Anlaufphase der Praxis sollte es möglich sein, den Betriebsmittelkredit auszugleichen. Selbstverständlich müssen Kreditnehmer nur für den Teil des Darlehens bedienen, der auch tatsächlich in Anspruch genommen wird. Vereinbart ein Existenzgründer mit seiner Bank beispielsweise einen Kreditrahmen von 90 000 Euro, werden aber nur 50 000 Euro benötigt, weil die Praxis besser anläuft als geplant, müssen auch nur die Kreditzinsen für die 50 000 Euro beglichen werden.

Alternative zum Betriebsmittelkredit

Anstelle eines klassischen Betriebsmittelkredits können Gründer auch andere Finanzierungsarten nutzen, bei denen die Tilgung des Darlehens erst nach der Anlaufphase der Praxis beginnt. Damit wird die finanzielle Belastung – die Tilgung des Darlehens – in einen Zeitraum verlegt, in dem die Praxis Gewinne erwirtschaftet. Eine solche Tilgungsaussetzung ist deutlich günstiger als eine sofortige Tilgung, die nicht selten zu Lasten eines Kontokorrentkredits geht. Das ist nämlich eine „Falle“, in die Gründer des Öfteren tappen, bei der für die Tilgung eines preisgünstigeren Kredits ein ungünstigerer Kredit in Anspruch genommen wird. Und das ist definitiv nicht im Sinne des Kreditnehmers, der auf diese Weise seine Finanzierungskonditionen verschlechtert.

Zwar ist ein Kredit mit Tilgungsaussetzung teurer als ein Darlehen mit sofortiger Tilgung, doch für Existenzgründer gilt hier, dass die Sicherstellung der Liquidität gegenüber der Rentabilität Vorrang haben muss. Anders gesagt: Die Vorteile überwiegen die Nachteile.

Gute Finanzierungen zahlen sich vielfach aus

In der Tat sind Finanzierungsverhandlungen oft langatmig und mühselig. Aber wenn alles passt, dann stimmt auch das Ergebnis. Denn gut geplante, sauber vorbereitete und clever verhandelte Praxisfinanzierungen sind jeden Aufwand wert. Schließlich drohen durch 20 oder 30 Jahren Zinseszins schon bei kleineren, nicht realisierten Marken große Liquiditätsverlust. Und auch was die Darlehens-Flexibilitäten, Sondertilgungsrechte und Umschuldungen angeht, steckt der Teufel meist ziemlich tief im Detail. Da macht es meist Sinn, Vollprofis an Ihrer Seite zu haben.

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