Neue Praxis – eigene Apotheke: die häufigsten Gründungsfehler

Was Ärzte, Zahnärzte und Apotheker beachten sollen, wenn es in die Selbständigkeit geht

Von Lage, Preis und Ausstattung über Finanzen und Verträge bis hin zu Team, Organisation und Kommunikation: Es gibt natürlich unendlich viele Möglichkeiten, bei der Praxisgründung oder Apothekenübernahme daneben zu greifen. Wem es aber gelingt, die 10 häufigsten und gravierendsten Fehler erfolgreich zu umschiffen, dem sollte als Arzt oder Apotheker der erfolgreiche Start mit der eigenen Praxis oder Apotheke gelingen.

Wenn die Gründung bzw. Übernahme einer Praxis oder einer Apotheke scheitert, dann ist dafür meist nicht nur eine einzige Ursache verantwortlich. Vielmehr misslingen solche Projekte aufgrund ungesunder Mischungen mehrerer Fehler. Um welche Fehler es sich dabei handelt, lässt sich kurz zusammenfassen.

Gründer und Gründerinnen, die scheitern, sind oft

  • zu oberflächlich in den Planungen.
  • zu optimistisch in den Erwartungen.
  • zu hoffnungsfroh, was das Umfeld angeht.
  • zu gläubig bei der Finanzierung.
  •  zu knausrig in Budgetfragen.
  • zu technikversessen, um die Abläufe zu sehen.
  • zu optisch, um Funktionalitäten zu priorisieren.
  • zu mutig, was die eigenen Fähigkeiten angeht.
  • zu begeistert, um Risiken zu sehen.
  •  zu beratungsresistent in entscheidenden Details.
 

Warum sind Heilberufler besonders gefährdet, Gründungsfehler zu begehen?

Wer eine eigene Praxis eröffnet oder eine eigene Apotheke, der lässt sich auf ein ausgesprochen komplexes Unterfangen ein, das den weiteren Verlauf des eigenen Lebens prägt. Darüber hinaus sind bei Gründungen viele unterschiedliche Kompetenzen gefordert, die im Studium der Medizin oder der Pharmazie nicht vermittelt werden. Faktisch müssen Gründer und Gründerinnen mindestens die Kenntnisse von Juristen, Marktforschern, Betriebswirten und Innenarchitekten aufweisen.

Kommt es zu Gründungsfehlern, sind diese besonders weitreichend, denn bei Praxis- und Apothekengründungen geht es für die Akteure immer um sehr viel. Hohe Investition, lange „Nutzungszeit“, langfristige Mietverträge, teure Medizin-, Dental- oder Apothekentechnik und vor allem um viel eigene Lebenszeit!

Die häufigsten Fehler lassen sich in zwei Gruppen zusammenfassen. Zum einen handelt es sich um

  1. „monetäre Themen“, also schlechte finanzielle Planungen, die sich kurz- oder mittelfristig sehr negativ auf den Praxis- und Apothekenalltag auswirken können. Dazu kommen häufig weitere Fehler, die zur Gruppe der
  2. „emotionalen Herzensangelegenheiten“ gehören. Wer zu sehr auf sein Herz hört, entscheidet oft auf Basis fehlerhafter oder mangelnder Informationen. Statt auf seriöse Analysen für die Entscheidungsfindung zu setzen, werden die eigenen Vorstellungen oder die von Vertrauenspersonen umgesetzt, auch wenn die Herzenswünsche mit der Realität kollidieren.

Kommt es dann noch zu Engpässen beim Personal, weil der allgemeine Fachkräftemangel auf die eigene Praxis oder Apotheke durchschlägt oder weil Verantwortliche eine falsche Einstellungspolitik betrieben haben, dann stehen berufliche Existenzen endgültig auf der Kippe.

Um Ihnen die Komplexität einer „generalstabsmäßigen“ Apotheken- und Praxisplanung möglichst anschaulich darzustellen, greifen wir im Folgenden auf etwas zugespitzte Situationsbeschreibungen zurück. Dabei mag es punktuell zu Übertreibungen kommen, doch diese dienen lediglich dazu, real vorhandene Probleme deutlich zu machen.

...