Gesundheitszentren für Kommunenarztpraxen 311 medizinische versorgung sichern zeremonie DenPhaMed

Medizinische Versorgung in strukturschwachen Regionen sichern

Auch wenn die Gesundheitsversorgung in Deutschland – anders als etwa in Schweden oder Italien – nicht ausschließlich durch staatliches Handeln gewährleistet wird, so gehört es dennoch zu den Aufgaben eines Sozialstaates, eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Darüber hinaus ist für Kommunen, die attraktive Wohn- und Arbeitsorte sein wollen, eine gute medizinische Versorgung unverzichtbar. Gesundheitszentren können helfen, Kommunen in ländlichen Regionen lebensfähig zu erhalten.

Die Aufrechterhaltung einer flächendeckenden wohnortnahen Gesundheitsversorgung ist in den vergangenen Jahren zunehmend schwieriger geworden. Arztpraxen, die nicht mehr nachbesetzt werden, und Krankenhäuser, die Leistungen einschränken oder gleich ganz schließen, sind in ländlichen Gebieten keine Seltenheit mehr. Sogar das Wort „Kliniksterben“ macht die Runde.

arztpraxen 311 medizinische versorgung sichern landarzt DenPhaMedWährend in den Zentren die Versorgung mit medizinischen Dienstleistungen sehr gut ist – mitunter von einer Überversorgung gesprochen wird –, müssen Kommunen in der Peripherie oft selbst die Initiative ergreifen, um ein Mindestmaß an Gesundheitsdiensten zu erhalten oder zurückzugewinnen. Eine Aufgabe, die Kommunen unbedingt erfolgreich bewältigen müssen. Gelingt es nicht, Landarztpraxen und andere Einrichtungen zu erhalten, muss davon ausgegangen werden, dass die Menschen den Ort auf mittlere Sicht verlassen werden. Die Sicherstellung einer ausreichenden Gesundheitsversorgung wird damit zur Existenzfrage vieler Kommunen in strukturschwachen Räumen.

Neben der Konzentration von medizinischen Leistungen in Zentren gibt es noch weitere damit zusammenhängende Entwicklungen, die für Kommunen eine Herausforderung darstellen. So erfordert eine immer weiter zunehmende Spezialisierung medizinischer Einrichtungen immer öfter interdisziplinäre Kooperationen verschiedener Gesundheitsdienstleister, die mitunter weit entfernt voneinander tätig sind. Darüber hinaus gibt es einen Trend weg von einer flächendeckenden Krankenhausstruktur hin zu Schwerpunktkliniken – und als gegenläufige Entwicklung die Entstehung von Gesundheitszentren (Ärztehäuser) und Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). In dieser Gemengelage müssen sich Kommunen behaupten und ihren Bürgern eine attraktive Gesundheitsversorgung zur Verfügung stellen. Unsere Spezialisten für eine strategische Gesundheitsberatung helfen Verwaltungseinheiten und politischen Entscheidungsträgern unter anderem beim Aufbau von Gesundheitszentren.

Gesundheitszentren mit unterschiedlichen Schwerpunkten

arztpraxen 311 medizinische versorgung sichern gesundheitszentren DenPhaMedBei Gesundheitszentren handelt es sich um sogenannte Konzeptimmobilien, deren Bedeutung seit einiger Zeit sprunghaft wächst. Die Motive, ein Gesundheitszentrum zu errichten, konzentrieren sich im Kern auf die Sicherung der ärztlichen Versorgung am Standort der Immobilie.

So sieht unter anderem ein Konzept der Universität Bayreuth und der Oberender AG, das im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) erstellt wurde, in Intersektoralen Gesundheitszentren (IGZ) eine Möglichkeit zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum.

Grundsätzlich gibt es zwei Konzepte für Gesundheitszentren:

  • Facharztzentren und
  • hausarztzentrierte Modelle.

Ein Facharztzentrum besteht, wie der Name schon sagt, ausschließlich oder zumindest überwiegend aus Facharztpraxen. Sie sind Projekte für größere Kommunen, in denen es genügend Bedarf für ein solches Zentrum gibt. Wie groß eine Kommune sein muss, um ein Facharztzentrum tragen zu können, lässt sich pauschal nicht mit letzter Sicherheit bestimmen. Als Faustregel kann aber gelten, dass im Einzugsgebiet des Zentrums mindestens 50.000 Menschen leben sollten.

Ein hausärztlich zentriertes Modell setzt auf die überwiegende Präsenz von Hausärzten. Um im Kern stark genug zu sein, ist von mindestens drei Ärzten auszugehen. Das hausärztlich dominierte Gesundheitszentrum kann durchaus von Fachärzten ergänzt werden. Mehr

Bei beiden Modellen kommen noch nichtärztlichen Gesundheitspartner hinzu, die das Gesundheitsangebot der Zentren ergänzen. Hier ist darauf zu achten, dass bestimmte fachärztliche Disziplinen mit ihren jeweiligen Behandlungspfaden immer die gleichen nichtärztlichen Partner benötigen. Das gilt beispielsweise für Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie, aber auch für Sanitätsfachhäuser, Optiker und Hörgeräteakustiker. Apotheken sind dagegen als eine Art „Versorgungsgeneralisten“ einzustufen, da sie für die Versorgung in der Breite zur Verfügung stehen.

Gefragt sind individuelle Lösungen

Um die Frage zu beantworten, ob ein Gesundheitszentrum an einem bestimmten Standort erfolgreich installiert werden kann, muss als erstes ein Standort-Check vorgenommen werden. Ein solcher Check sollte absolut vertraulich durchgeführt werden und muss als Ergebnis eine eindeutige Handlungsempfehlung erbringen. Nach dem Standort-Check sollte darüber Sicherheit bestehen, ob das geplante Gesundheitszentrum Aussicht auf Erfolg hat und welche Ausrichtung ein etwaiges Zentrum haben sollte.

Je nach den individuellen Bedingungen vor Ort in Bezug auf vorhandene Arztsitze, Altersstruktur der Mediziner, Struktur des Einzugsgebietes und Qualität des öffentlichen Nahverkehrs, bietet sich auch die Förderung eigenverantwortlicher ärztlicher Zusammenschlüsse oder anderer ärztlicher Kooperationsstrukturen an. Mehr

arztpraxen 311 medizinische versorgung sichern individuelle loesungen DenPhaMedAuch wenn Gesundheitszentren grundsätzlich in zwei Varianten unterteilt werden können und viele Facharztpraxen die Ansiedlung bestimmter nichtärztlicher Gesundheitsdienstleister nahelegen, müssen dennoch für jeden Standort individuelle Lösungen gefunden werden. Patentrezepte, die immer passen, gibt es nicht. Eher lässt sich von Konzeptimmobilien in ähnlicher Ausprägung als Ergebnis der standortbezogenen Möglichkeiten sprechen. Um die Chancen für die Errichtung eines Gesundheitszentrums auszuloten, müssen die lokalen Möglichkeiten, die allgemeine Versorgungslage – auch die aktuelle Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigung – und die Motive der einzelnen Akteure, die an dem Projekt mitwirken wollen, geprüft und dann in einem Konzept gebündelt werden.

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