arztpraxen landarztpraxis DenPhaMedDie Landarztpraxis heute

Totgesagte leben tatsächlich länger

In den vergangenen Jahrzehnten war insbesondere in den östlichen Bundesländern eine massive Abwanderung der Bevölkerung in Richtung Westen und in Richtung großer Städte zu verzeichnen. Neben Betrieben und Unternehmen sowie gesellschaftlichen Einrichtungen litt unter diesem Schwund insbesondere die Gesundheitsversorgung auf dem Land. Ärzte, Apotheken und gerade auch Facharztpraxen waren bzw. sind Mangelware in den zunehmend dünner besiedelten Gebieten.

Die großen Städte und deren Speckgürtel waren das Ziel vieler hochqualifizierter Berufsanfänger. Die Zukunft in oder am Rand der Ballungsgebiete erschien rosiger als in den mehr ländlich oder kleinstädtisch strukturierten Gebieten. Für die Menschen abseits der Ballungsräume bedeutet dies, dass sie nicht selten weite Wege in Kauf nehmen müssen, um einen Arzt zu konsultieren oder ein Rezept in einer Apotheke einzulösen. Nahezu alle Indikatoren deuteten in Richtung einer unaufhaltsamen Entwicklung, doch der Trend scheint sich mittlerweile nicht nur wegen finanzieller Anreize umzukehren.


Die Heimat gewinnt wieder an Bedeutung – auch für junge Ärzte

arztpraxen 32 landarztpraxis heimat gewinnt bedeutung DenPhaMedSeit einigen Jahren hat der Heimatbegriff, der für lange Zeit nur mit großen Vorbehalten verwendet wurde, eine neue Wertschätzung erhalten. Das lässt sich auch im Alltag beobachten: Kurze Wege, Wohnen und Arbeiten im selben Raum, Kiezkultur, natürliche Produkte, regionale Lebensmittel, – das alles erlebt einen Boom. Oktoberfest, Trachten und volkstümliche Musik hatten immer Zulauf, heute aber geht es um Lebensqualität überall: Breitbandausbau des Internets, regionale Stromversorgung, Umkehr des Ausdünnens regionaler ÖPNV-Anbindungen, Rückbesinnung auf die Vorzüge von MVZ – im Osten früher als Polikliniken bekannt. Die politischen Debatten und Absichtserklärungen zu diesen Themen nehmen zu.

Diesen Trend stützen Umfrageergebnisse wie zum Beispiel des Spiegel von 2012, wonach 64 Prozent der Befragten angaben, dass Heimat im Zeitalter der Globalisierung für sie an Bedeutung gewonnen habe.

arztpraxen 32 landarztpraxis heimat globalisierung DenPhaMedSpeziell für angehende Apotheker bestätigten sich diese Zahlen in einer Studenten-Umfrage von PharmazieSachsen aus dem Jahre 2016: die Mehrheit beabsichtigte die Gründung einer Apotheke in ihrer Heimatregion – wenn es dort die entsprechenden Möglichkeiten gäbe.

Die Rückbesinnung auf Heimat als Wert sui generis kann auch für Ärzte eine Chance sein – und zwar ganz konkret. So kann man an medizinischen Fakultäten feststellen, dass die Praxis auf dem Lande nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen wird. Es sind „nur“ die materiellen und organisatorischen Gründe, die es Medizinstudenten aus peripheren Gebieten schwer machen, sich „zu Hause“ niederzulassen.

Landärzte – gestern und heute

Jahrhunderte lang praktizierten Landärzte in ihren Praxen im eigenen Heim. Jeder für sich zufällig verteilt über das Land. Ähnliches gilt für Landapotheker und kleine Kliniken. Taten sich Lücken in der Gesundheitsversorgung auf, wurden diese oftmals als Schicksal akzeptiert. Zudem fungierten der Familienverband und gewachsene Nachbarschaftsstrukturen als soziales Auffangnetz.

Heute gibt es Orte, in denen kaum noch junge Menschen leben, der Altersdurchschnitt schiebt sich immer weiter nach oben. Und einen öffentlichen Personennahverkehr gibt es so gut wie gar nicht. Konsequenz: Landärzte müssen immer häufiger zum Patienten, sind den ganzen Tag mit dem Auto unterwegs. Das kostet viel Zeit und generiert deutlich geringere Einnahmen als es in städtischen Praxen der Fall ist.

Auf dem Land ist interdisziplinäres Denken notwendig

Deshalb sollte es für ländliche Kommunen eine zentrale Aufgabe sein, kurze Wege zur medizinischen Versorgung für die eigenen Bürger sicherzustellen.

arztpraxen 32 landarztpraxis interdisziplinaer DenPhaMedIdealerweise muss das Ziel sein, dass eine Erkrankung beim ersten Arztbesuch diagnostiziert und behandelt wird. Zudem müssen pharmazeutische und pflegerische Versorgungsmöglichkeiten vorhanden sein. Gerade Apotheken sind hier wichtig, weil sich Apotheken und Arztpraxen gegenseitig stützen.

Eine Lösung könnten daher kommunale Medizinische Versorgungszentren (MVZ) an zentralen Orten sein. Zentral bedeutet auf dem Land: gut erreichbar und mit maximalem Mehrnutzen ausgestattet – also meist die Geschäftsstraße, der Platz am Rathaus, das Einkaufszentrum. Darüber hinaus bieten MVZ gegenüber verteilten Einzelpraxen einen weiteren Mehrnutzen, indem die Organisation von Empfang bis Raumplanung vereinfacht und die Medizintechnik deutlich besser ausgenutzt werden kann. Sollen jedoch die dezentralen Strukturen erhalten bleiben – was zum Beispiel in Gemeinden mit vielen kleineren Orten durchaus sinnvoll sein kann – dann sollten diese zumindest in einer überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaft (ÜBAG) organisatorisch zusammengeschlossen und arbeitsteilig aufeinander abgestimmt sein.

Mit dem MVZ kränkelnde Kommunen heilen

Insbesondere in Randgemeinden knapp außerhalb der urbanen Speckgürtel können ÜBAG oder MVZ die Lebensqualität vor Ort und damit auch die Attraktivität als Lebensumfeld deutlich steigern. Denn mit solchen Angeboten sind Bürger nicht mehr darauf angewiesen, für eine Arztbehandlung in die nächstgrößere Stadt fahren zu müssen. Kann eine Gemeinde mit einer umfassenden Versorgung punkten, gewinnt sie auch Anziehungskraft für Neubürger.

Das ist eine Chance für Landärzte: Sich mit Kollegen, Bürgermeistern und der Kommunalen Verwaltung zusammentun, um ein Angebot zu erschaffen, das auch für weitere junge Mediziner attraktiv ist. Das ist durchaus möglich, denn in Bezug auf Lebenszufriedenheit schneiden ländliche Räume oft besser ab als Großstädte. Diese Pluspunkte können genutzt werden, um mit ebenso modernen wie zentralen und strukturgerechten Angeboten in der medizinischen Versorgung Abwanderungstendenzen in der Kommune zu stoppen und gegebenenfalls umzukehren. Sie möchten eine solche Initiative starten? Anfrage Zukunfts-Diskurs


Marketing für Landarztpraxen

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Ärzte sind Mediziner, sie wollen Menschen helfen, für Kranke da sein, heilen. So sehen es die allermeisten Mediziner. Und das ist auch gut so. Dennoch kommen sie nicht umhin, in der heutigen Zeit auch Unternehmer, Menschenführer und Praxismanager zu sein. Dem werden die meisten Mediziner heute durchaus zustimmen. Wenn dem aber so ist, dass ist auch Praxismarketing eine Hauptaufgabe, denn so transportieren sich die Nachrichten, die einer Praxis die Existent sichern können.

Was können wir für Sie tun?

Unsere Expertenteams sind flächendeckend vernetzt. Und wir halten gut organisierte Landarztpraxen sowie kleine MVZ- oder ÜBAG-Projekte für Modelle mit Zukunft. Werden die richtigen wirtschaftlichen Ansätze verfolgt, können Ärzte auch im ländlichen Raum erfolgreich sein und mit ihnen die betreffenden Gemeinden. Diese haben ein selbstverständliches Interesse daran, die Gesundheitsversorgung vor Ort zu verbessern oder mindestens aufrechtzuerhalten und können mit unserer Hilfe gezielt auf Förderungen und Hilfen angesprochen werden.

Wir beraten Landärzte, die sich in absehbarer Zeit zurückziehen möchten, wie sie am besten einen Praxisnachfolger finden. Und wir machen Ärzte, Apotheker und andere Gesundheitsdienstleister auf attraktive Angebote und Projekte im ländlichen Raum aufmerksam. Zugegeben, manchmal dauert es etwas, doch die Erfolge der jüngeren Vergangenheit belegen, dass es sich dennoch lohnt.

Ein Beispiel: Die Gemeinde Bramsche im ländlichen Niedersachsen mit rund 3000 Einwohnern musste 18 Jahre ohne Allgemeinmediziner und ohne Apotheke auskommen. Nachdem es gelungen war, einen Arzt davon zu überzeugen, seine Praxis in Bramsche zu eröffnen, warb dieser um einen Apotheker. Alle zogen an einem Strang und es gelang, eine Apotheke in Bramsche anzusiedeln. Ein gutes Beispiel für eine Zusammenarbeit von Verwaltung, Mediziner und Pharmazeuten sowie der Berater. Für uns alle ein schöner Erfolg und für die Menschen in Bramsche ein echtes Plus an Lebensqualität.


Wir wollen Landarztpraxen stärken

arztpraxen 32 landarztpraxis landarztpraxen DenPhaMedSie möchten ihre Praxis abseits eines Ballungsgebietes an einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin übergeben?

Sie tragen politische Verantwortung und wollen die Gesundheitsversorgung in Ihrem Zuständigkeitsbereich erhalten?

Es zieht sie raus aus der großen Stadt und sie wollen auf dem Land ihren Traum vom Leben als niedergelassener Arzt oder selbstständiger Apotheker verwirklichen?

Diese Zielsetzungen für Sie zu realisieren, ist Aufgabe unseres Netzwerks. Wir sind bereit. Sie auch?

  • Projektberatung von Kommunen und Initiatoren
  • Vorbereitung für den Verkauf von Arztpraxen
  • Ansprache potentieller Interessenten
  • Beratung für Gründer
  • Nutzung von Fördermitteln aller Art
  • Vertrags- und Finanzierungsfragen
  • Koordination externer Dienstleister

Stärkung der Wirtschaftskraft

Selbstverständlich unterstützen wir Inhaber auch dabei, die Wirtschaftlichkeit ihrer Praxis zu optimieren. Fragen Sie uns.