arztpraxen 616 hinterbliebenen versorgung DenPhaMedLöchrige Hinterbliebenenversorgung

Auch Ärzte-Versorgungswerke mit dabei

Rentenzahlungen für Hinterbliebene ist die dritte Leistungsart ärztlicher Versorgungswerke. Verständlicherweise ist diese dritte Säule für Ärztinnen und Ärzte mit Familie eine sehr wichtige. Oftmals wird von diesem Hinterbliebenenschutz, sogar noch deutlich mehr erwartet, als für den Fall der eigenen Berufsunfähigkeit. Auch das verständlich, denn nach dem Ableben kann man seinen Lieben nicht mehr persönlich beistehen. Dann möge es bitte die vertraute Kammer machen. Ein beruhigender Gedanke.

Doch auch hier unterscheiden sich die Regelungen beziehungsweise Verhinderungsfaktoren für eine Leistungserbringung je Satzung deutlich voneinander. Im Leistungsfall kann das je nach individueller Familiensituation zu unangenehmen bis hin zu bösen Überraschungen führen, wenn einer der satzungsgemäßen Einschränkungs- und Ausschlussgründe greifen sollten.

Löchrige Hinterbliebenenversorgung

Hier schon mal die wichtigsten Stichworte:

  • Verjährung der Ansprüche
  • Zu frühes Ableben
  • Zu späte Heirat
  • Zu großer Altersunterschied
  • Eheschließung im Ausland

Die Satzung auch im Hinblick auf die Hinterbliebenenversorgung lesen

Deshalb ist auch hier eine rechtzeitige persönliche Anamnese der konkret für jeden einzelnen Arzt zuständigen Satzung dringend angeraten. Denn dort steht die Antwort welche leistungseinschränkenden oder gar leistungsverhindernden Regelungen im Fall des Falles für Ihre Hinterbliebenen gelten würden. Wenn auch manchmal etwas verklausuliert oder leicht versteckt.

Mit diesem Wissen ist es dann recht einfach und günstig möglichen überraschenden finanziellen Schieflagen und damit Leid in den hinterbliebenen Familien vorzubeugen. Das gilt selbst dann, wenn durchaus ein unstreitiger Anspruch besteht, dieser aber in seiner Höhe den tatsächlichen Liquiditätsbedarf nicht annähernd decken würde.

Die Kammer-Leistungen sinnvoll ergänzen

Für den Fall aufgedeckter Lücken ist dann ein Vergleich mit privaten Todesfall-Absicherungen angeraten. Denn im Gegensatz zu der versicherten Rente oder Versicherungssumme, die nach klar vorgegebenen Leistungsauslösern gezahlt wird, birgt die Satzung vieler Ärzte-Versorgungswerke für eine große Anzahl seiner Mitglieder überraschende unerfreuliche Neuigkeiten.

arztpraxen 616 hinterbliebenenversorgung ergaenzen DenPhaMedEs geht um nichts weniger, als die existenzielle Sicherung der Hinterbliebenen im Todesfall.

In den meisten Ärztefamilien ist der Mediziner der Einzige oder zumindest der Hauptversorger. Statistisch haben Ärzte etwa ein Kind mehr als die deutsche Durchschnittsfamilie. Zudem erwirtschaften Ärzte ein deutlich höheres Monatseinkommen als der Durchschnittsbürger. 

Es besteht also ein insgesamt sehr hoher Versorgungsbedarf gerade auch im Hinterbliebenenfall.

Die eigene/n Satzung/en kennen lernen

Wer die für ihn zuständige/n Satzung/en in Bezug auf die Hinterbliebenen-Absicherung im Detail kennenlernen möchte, kann bei uns eine entsprechende Übersicht anfordern.

Kriterien, die eine Geldleistung für Hinterbliebene reduzieren können

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Was regeln nun eigentlich die Satzungen für den Todesfall eines Mitglieds – auch wenn es auf Basis unterschiedlicher Bedingungen und Werte erfolgt:

Versorgungsberechtigte

Als versorgungsberechtigte Hinterbliebene gelten nur die in der jeweiligen Satzung aufgeführten Personen. Der Anspruch entsteht entweder durch eine Rechtsstellung als überlebender Ehe- oder eingetragener Lebenspartner, sowie der Stellung als eheliches, für ehelich erklärte, nichteheliche, dem jedoch gleichgestellten Kindes. Auch an Kindes statt angenommene Kinder sollten grundsätzlich versorgungsberechtigt sein. Die Bedingungen dafür sollten jedoch in jedem Einzelfall individuell überprüft werden.

Insgesamt sollten die verhindernden Faktoren bekannt sein: Bei den grundsätzlich versorgungsberechtigten Kindern gelten Altersgrenzen. Zunächst ist das in aller Regel das vollendete 18. Lebensjahr. Sollte sich das Kind jedoch noch in einer Berufsausbildung oder im Studium befinden, bleibt es unter der Bedingung versorgungsberechtigt, dass es sich um eine Erstausbildung handelt, die nicht unterbrochen wurde. In der Regel gilt das dann bis zum Abschluss. Jedoch haben viele Versorgungswerke zusätzliche Altersgrenzen definiert, meist das 25., 27. und in Einzelfällen sogar das 30. Lebensjahr, unabhängig davon, ob die Erstausbildung noch andauert.

Die Regelungen gehen bis hin zu ‚Exoten‘, an die kaum jemand denkt. So erkennen manche Ärzte-Versorgungswerke auch geschiedene Ehepartner als versorgungsberechtig an, wenn die Ehe vor dem 1. Juli 1977 geschieden wurde und weiterhin Unterhaltsverpflichtung besteht.
 

Todeszeitpunkt

Die Höhe einer Hinterbliebenenleistung hängt maßgeblich davon ab, ob der Todesfall des Mitglieds noch in der sogenannten Anwartschafts- oder Beitragsphase eintritt oder danach.

arztpraxen 616 hinterbliebenenversorgung todeszeitpunkt DenPhaMedTodesfälle vor Eintritt des individuellen Rentenbeginns aufgrund Erreichung der Altersgrenze oder wegen Beginn einer Berufsunfähigkeitsrente lösen satzungsgemäß eine bestimmte prozentuale Leistungshöhe für die Witwen- oder Witwerrente, meist 55 oder 60%, aus. Die Berechnungsbasis dafür ist immer ein bestimmtes Referenz-Ruhegeld. Die meisten Satzungen legen das Ruhegeld infolge Berufsunfähigkeit zugrunde – das ist die günstigere Lösung. Es gibt aber auch Versorgungswerke, die von der zum Todesfall bestehenden Anwartschaft für das Altersruhegeld ausgehen. Dieser Wert ist in aller Regel deutlich niedriger.

Die für die Berechnung der Leistungshöhe einer Waisen- oder Halbwaisenrente angewendete Methode entspricht der oben geschilderten für die Berechnung der Höhe der Witwen- oder Witwerrenten. Lediglich Prozentsatz liegt deutlich unter dem für hinterbliebene Ehe- oder Lebenspartner ab, denn Waisenrenten liegen üblicherweise bei 30% und Halbwaisenrenten dann logischerweise wiederum die Hälfte davon.

Todesfälle nach Eintritt des individuellen Rentenbeginns begründen hingegen Hinterbliebenen-Renten auf der Bezugsgröße des aktuellen Ruhegeldes des Verstorbenen Mitgliedes. Auch hier sieht die jeweilige Satzung eine bestimmte prozentuale Leistungshöhe vor, die in aller Regel der obigen entspricht – also 55 oder 60% für Witwen und Witwer beziehungsweise 30 für Waisen- und oder 15% für Halbwaisenrenten.
 

Spätes Eheglück

arztpraxen 616 hinterbliebenenversorgung eheglueck DenPhaMedÄrztinnen oder Ärzte, die nach der Vollendung eines bestimmten Lebensjahres – meist das 60. oder 62. Lebensjahr, jedoch auch teilweise deutlich früher – (noch einmal) heiraten wollen, sollten unbedingt wissen, unter welchen Bedingungen der zukünftige Ehemann beziehungsweise die zukünftige Gattin einen vollen, eingeschränkten oder möglicherweise gar keinen Anspruch auf Hinterbliebenenversorgung aus dem oder den zuständigen ärztlichen Versorgungswerk erwerben werden.

Denn die Anerkennung der Leistung ist fast immer an die Erfüllung weiteren Kriterien geknüpft:

arztpraxen 616 hinterbliebenenversorgung wartezeiten DenPhaMedTag der Eheschließung

Für eine vollständige oder Teil-Leistung werden „Wartezeiten“ definiert.

Die Ehe muss also ein, drei oder fünf, gelegentlich sogar zehn Jahren bestanden haben.

Ist das nicht der Fall, ist die Leistungszahlung in aller Regel an folgende Kriterien gebunden:

Alters-Unterschied

Alters-Unterschied

Eine vollständige Leistung wird nur gewährt, wenn der Altersunterschied des überlebenden Hinterbliebenen unter fünf oder zehn, seltener 15 oder gar 20 Jahren liegt.

Jugend-Malus

Jugend-Malus

Ist der Gatte jünger als ‚erlaubt‘, kommt es satzungsgemäß zu einer prozentualen Leistungskürzung. Ab einer bestimmten Altersdifferenz kann diese sogar versagt werden.

Auslands-Ehe

Auslands-Ehe

Viele Ehen zugezogener Ärzte wurden im Heimatland geschlossenen oder sind in Deutschland nicht anerkannt. Für sie besteht im Todesfall jedoch keine Leistungspflicht.

Verjährung

In vielen Satzungen ist die Verjährung der Leistung eine zu beachtende Verhinderungsregelung für eine Leistung des Versorgungswerkes. Hier sind die Voraussetzungen für eine „Hemmung“ der Verjährung zu beachten. Die Verjährung kann im Zeitraum völlig unterschiedlich geregelt sein. Manche Ärzte – und Zahnärzte-VSW lehnen sich an die gesetzlichen Fristen an, manche wiederum legen eigene definierte Zeiträume fest, die deutlich über die gesetzlichen Zeiträume hinausgehen.

Vier Beispiele von insgesamt 30 Möglichkeiten

  • Leistungsansprüche verjähren bei VSW A nach 2 Jahren,
  • während im VSW B 4 Jahre gewährt werden.
  • Im VSW B passiert das nach 5 Jahren,
  • das VSW E hingegen kennt gar keine Verjährungsfristen.

Das sind Unterschiede mit großer Bedeutung. Gerade für Mediziner, die ihre Altersvorsorge in unterschiedlichen Kammerbezirken erworben haben, kann hier schnell eine Frist durchgehen, wenn man nur das aktuelle Versorgungswerk zu Rate zieht.

Wir geben gern Auskunft über die Regelung in allen 30 Versorgungswerken. Nur sagen Sie uns bitte vorher, welche genau für Sie zutreffen. Zur Anfrage

Selbst-/Tötung

In manchen Ärzte-Versorgungswerken ist eine Leistung an Hinterbliebene in Folge einer Selbsttötung des Mitglieds nur gegeben, wenn die Mitgliedschaft des verstorbenen Mitglieds bereits eine bestimmte Zeit bestanden hat.

arztpraxen 616 hinterbliebenenversorgung selbsttoetung DenPhaMedAm häufigsten ist diese Regel an den 61. Beitragsmonat gebunden. Sollte die Selbsttötung jedoch im Rahmen einer krankhaften Störung der Geistesfähigkeit stattgefunden haben, werden üblicherweise Leisten gewährt. Das Nähere regelt dann die einzelne Satzung.

Übrigens – der Vollständigkeit halber und zur partiellen Beruhigung aller Versorgungswerk-Mitglieder: bei vorsätzlicher Tötung des Mitglieds durch seine Angehörigen gehen diese ebenfalls leer aus. Meist selbst dann, wenn das Mitglied die Angehörigen darum gebeten hat.

Sie wollen wissen, was genau für Ihre Kammerversorgung gilt? Dann geben Sie uns die nötigen Informationen und wir senden Ihnen eine entsprechende Übersicht. Zum Bestellformular (Mail an Zentralbüro)