arztpraxen 612 finanzierungswege DenPhaMedFinanzierungswege zu einer belastbaren Altersvorsorge

Kammerversorgung: Im Spagat zwischen Sicherheit und Ertrag

Logischerweise ist das System der Finanzierung das Herzstück jeder Altersvorsorge. Denn die eingezahlten Beiträge dürfen auf keinen Fall durch den Finanzierungsprozess gefährdet werden, also gehen oder im Wert sinken oder gar verloren gehen. Um jedoch eine auskömmliche Rente zu erreichen, sollten sie dennoch maximal ertragreich rentieren.

Dieser Spagat muss gelingen, sonst ergeben sich weitreichende negative Konsequenzen für die Mitglieder und alle anderen späteren Leistungsberechtigten. Die Finanzierungsgrundlagen des eigenen Versorgungswerkes sind also entscheidend. Die sollte jede Ärztin und jeder Arzt kennen. Sonst kommt es zu bösen Überraschungen, wie seinerzeit in der Zahnärztekammer Berlin spektakulär passiert. Aber längst nicht nur dort sind Probleme und Unwuchten zu verzeichnen.

Umlageverfahren

arztpraxen 612 finanzierungswege umlageverfahren DenPhaMedDie Umlagefinanzierung ist das aus den staatlichen Sozialsystemen (Rente, GKV) bekannte Verfahren, bei dem die Versorgungsleistungen aus den Beiträgen desselben Jahres gespeist werden.

Stimmt das Verhältnis von Einzahlern und Leistungsempfängern nicht, muss angepasst werden und ist der Topf leer, muss der Staat zuschießen.

Das macht er bereits traditionell und dafür steht mittlerweile eine Summe von über 100 Milliarden Euro im Bundeshaushalt.

Tendenz immer weiter steigend.


Kapitaldeckungsverfahren

Das für private Vorsorge genutzte System basiert auf einem kapitalgedeckten Ansparvorgang in Verbindung mit einem Risikoschutz. Am Ende erhält jeder die Summe, die seine Spareinlagen erwirtschaftet haben. Man nennt das Prinzip die individuelle Anwartschaftsdeckung.
 

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Mischformen

Für die Ärzte-Versorgungswerke werden jedoch Mischformen dieser beiden idealtypischen Verfahren benötigt, um ihren Versorgungsauftrag zu erfüllen.

Denn einerseits fehlt hier der Staat als letzte Sicherungsinstanz und andererseits werden gerade bei Ärzten hohe Rentenzahlungen benötigt und es sind überproportional viele potentielle Leistungsempfänger zu versorgen.

Offenes Deckungsverfahren

Das häufigste System, dass in ärztlichen Versorgungswerken zur Anwendung kommt, ist das sogenannte offene Deckungsplanverfahren. Es kombiniert in einem gewissen Rahmen die kollektiven Vorteile sozialstaatlicher Versorgung mit den Chancen individueller Anlageoptionen.

Die Vorteile:

  • Herstellung einer Solidargemeinschaft innerhalb der Ärzte- und Zahnärzteschaft eines Kammerbezirkes.
  • Renditebasierte Finanzierung der Versorgungsaufwendungen.
  • Flexiblere Reaktionen auf Zinsveränderungen sind möglich.
  • Geringer Kostenanteil durch gemeinsame Verwaltung statt individueller Kontoführung.
  • Kapitaldeckung eröffnet Ertragschancen, Umlageverfahren schafft Leistungsdynamik
  • Insgesamt bei gutem Finanzmanagement sehr hohe Renditeoptionen

Die Nachteile:

  • erfordert steten Zugang nachwachsender Ärztegenerationen. Deshalb die Versicherungspflicht.
  • Es muss dynamische Leistungen gewähren, eine Forderung, die sich nur dann erfüllt, wenn das Finanzierungsverfahren auch Elemente der Umlagefinanzierung enthält.
  • Kapitalgedeckte Finanzierungssysteme sind volatiler als die Umlagefinanzierung. Bei ungünstigen Rahmenbedingungen wie der derzeitigen Niedrigzinsphase können sie Gefahr laufen, ihr Leistungsversprechen trotz Zugang junger Mitglieder einschränken zu müssen.
  • In Zeiten hoher Erträge hingegen sorgt das Umlageverfahren-Element für eine dynamisierte Leistungsentwicklung auch bei an- oder schon bestehenden Rentenempfängern.


Modifizierte Anwartschaftsdeckung

Eine zweite Variante, die einigen Ärzte-Versorgungswerken zu Grunde liegt, stellt ein für den Einsatz in Versorgungswerken (keine Risikoprüfung da Pflichtmitgliedschaft) angepasstes Anwartschaftsdeckungsverfahren dar.

In diesem System ‚hält‘ jede/r einzahlende Ärztin/Arzt seinen eigenen Anteil vom Kapitalstock. Damit kann die spätere Rente analog zu privaten Lebensversicherungen in Beug auf die individuell erwirtschaftete Summe berechnet werden. Hier kommt es deshalb auch stärker darauf an, wie viel und wie lange jemand einbezahlt hat.

Aufgrund der aktuell geringen Ertragsoptionen rein kapitalgedeckter Systeme ist diese Variante zurzeit nicht sonderlich populär, weshalb einzelne Versorgungswerke diesem System gerade den Rücken kehren. 


Aktueller Exkurs: wie umgehen mit der Nullzinsphase?

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Kapitalmarktdeckung muss Zinsen erwirtschaften. Am besten regelmäßig und möglichst hohe. Beides ist nun schon seit Jahren kaum noch möglich. Deshalb sind so gut wie alle Versorgungswerke im uralten Sicherheit- vs. Rendite-Dilemma: Wollen sie weiterhin sichere Renten generieren, werden diese in Ermangelung von Zinserträgen sinken und wenn sie das Rentenversrechen einhalten wollen, müssten sei risikoreicher investieren.

Über Jahrzehnte haben alle berufsständischen Versorgungswerke sehr gute Erträge erwirtschaftet, da das Anlagekapital sich üppig vermehrt hat. Die Folge: steigende Renten für deshalb zufriedene Leistungsempfänger und hohe Rentenzusagen für deshalb motivierte Jungärzte.


Auf dem Prüfstand: Zufriedenheit und Motivation

arztpraxen 612 finanzierungswege motivation DenPhaMedWollen die Versorgungswerke ihre bisher immer unbestreitbar sichtbaren Vorteile dauerhaft erhalten, ist Umsteuern angesagt.

Als erste Stellschraube bieten sich die Satzungen an, denn diese schnelle und durchaus wirkungsvolle Anpassungsoptionen.

Weiter werden voraussichtlich neue Anlagestrategien Einzug in die Versorgungwerke halten. Hier dürften Aktien und Immobilien die erste Wahl sein. Damit sinkt automatisch die versicherungsmathematische Belastbarkeit der Rentenversprechen.


Ante portas: Zwei neue Rahmenbedingungen

Kommende Ärztegenerationen werden sich also auf zwei neue Rahmenbedingungen einstellen müssen:

  • unpräzisere Leistungsversprechen in Verbindung mit
  • enger gefassten Satzungen mit höheren Hürden und schärferen Leistungsprüfungen


Sicherheitsnetz enger knüpfen

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All diese Entwicklungen und Tendenzen sprechen dafür, dass alle Berufseinsteiger, seien es beispielsweise Medizin-Studentinnen, Jungärzte oder Praxiskäufer und -gründerinnen in Zukunft ihre Altersvorsorge mehrgleisiger anlegen sollten. Auf der einen Hand die natürlich weiterhin attraktiv bleibende Kammerversorgung, während die andere Hand auf ergänzende private Vorsorge setzt.

Im Unterschied zu bisher – denn natürlich haben auch Ärztefamilien schon immer auch privat vorgesorgt – sollte das nun jedoch von Anfang an abgestimmt geplant sein. Warum das für eine wirklich umfassende und belastbare Alters- und Familienvorsorge erforderlich ist, zeigt diese Stichwortaufstellung, die der Planer in seine Überlegungen einzubeziehen hat

Kammer

Kammer

  • Satzungsdetails
  • Finanzierungsverfahren
  • Auszahlungsmodalitäten
  • Berechnungsgrundlagen
  • Zahlende Mitglieder vs. Rentenempfänger
Familie

Familie

  • Rentenbeginn
  • Kapitalbedarf
  • Garantien
  • Flexibilitäten
  • Hinterbliebenenversorgung
Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeit

  • Reicht die BU-Rente
  • Wer stellt BU fest
  • Approbationserhalt möglich
  • Praxisvertretung erlaubt
  • Leistung schon ab 50% BU
  • Verzicht auf Verweisung
  • Auch temporäre BU
 

Altersvorsorgeplanung: nicht mehr nur an Kammern delegierbar

arztpraxen 612 finanzierungswege altersvorsorgeplanung DenPhaMedWer in der zukünftig deutlich unübersichtlicher werdenden Rentenwelt weiterhin auf Nimmer Sicher gehen will, der sollte seine Altersvorsorge von Beginn an auf mehrere Säulen verteilen.

Das gilt jetzt auch für junge Ärztinnen und Ärzte. Mehr 

Hin und her macht Taschen leer… 

... dieser wahre Lehrsatz gilt gerade auch für die Finanzberatung. Ein Betreuungssystem, dass Ärztinnen und Ärzten auf ihren beruflichen Lebensweg die gewohnten Berater einmal oder gar öfter entzieht und durch andere austauscht, werden Sie bei uns nicht finden. Denn das bringt immer Unruhe und am Ende auch unnötige Kosten durch Umstrukturierungen wegen anderer Berater-Schwerpunkte.

Bei uns gilt der Grundsatz: Ein/e Mediziner/in – ein/e Berater/in, denn unsere Experten sind allesamt Selbständig. Die bleiben an Ihrer Seite, so lange Sie es wünschen. Stellen Sie uns gern auf die Probe: Rentenplan Heilberufler kennen lernen.