apotheken mitwirkungspflichten sonderrisiken fallschirm DenPhaMedSonderrisiken

Besonderheiten, die leicht aus dem Versicherungsschutz herausfallen

Ein guter Versicherungsschutz unterscheidet sich von unzureichenden Lösungen unter anderem darin, dass Sonderrisiken nicht übersehen werden. Hierunter fallen Risiken, die nur zeitweilig auftreten oder nur bei einigen Apotheken mit besonderer Ausstattung. Um daraus entstehende Gefahren abzusichern, muss die individuelle Apotheke in Augenschein genommen werden. Zudem müssen auch versicherungsrelevante Auswirkungen besonderer Situationen – zum Beispiel Bautätigkeiten – beachtet werden. Meldepflichten gibt es aber auch schon bei Eingriffen und Veränderungen, die die Sicherheit der Apotheke betreffen. Wenn eine der hier aufgeführten Besonderheiten auf Ihre Apotheke zutrifft und Sie nicht sicher sind, ob Ihr Versicherungsschutz diese Risiken abdeckt, dann lassen Sie uns das wissen

Sicherheitsrelevante Veränderungen

Alle Änderungen der Versicherungssituation sollten dem Versicherer oder Berater umgehend gemeldet werden, will man nicht den Versicherungsschutz ganz oder teilweise verlieren.

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Das gilt insbesondere, wenn in Apotheken Fenster oder Türen ausgetauscht, Schließanlagen, Rollgitter oder zusätzliche Fenstersicherungen demontiert oder eingebaut, Alarmanlagen installiert werden. Übrigens, wenn eine Alarmanlage nicht mehr eingeschaltet wird, weil es beispielsweise zu viele Fehlalarme gab, muss dies angegeben werden. Auch ein „Wintergarten“-Anbau, um die Apotheke revisions- oder abgabefähig zu machen, gehört zu den Veränderungen, die gemeldet werden müssen.

Kurz: Was immer die Sicherheitssituation einer Apotheke verändert, ist anzeigepflichtig, um den erwarteten Schutz im Falle eines Falles auch wirklich zu erhalten.

Ausbau, Umbau, Anbau

Leerstand und Baumaßnahmen

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Wenn Immobilien längere Zeit nicht bewohnt oder benutzt werden, also während Bau- oder Sanierungsarbeiten sowie bei sich verzögernden Übernahmen, Umbauten oder sich länger hinziehenden Betriebsunterbrechungen gelten besondere Regeln.

Als Faustregel kann gelten, dass Apothekeninhaber und -inhaberinnen immer Meldepflichten gegenüber dem Versicherer zu erfüllen haben.

Wird das versäumt, kann der Versicherungsschutz eingeschränkt werden oder er entfällt sogar gänzlich.

Gerüste und andere bauliche Risiken

Das Anbringen eines Gerüstes beispielsweise zur Sanierung der Fassade oder des Daches stellt eine sogenannte Gefahrerhöhung dar, da das Risiko eines Einbruchs in Räume in den Obergeschossen deutlich steigt. Gerade solche Gefahrerhöhungen müssen dem Versicherer gemeldet werden, um bei einem Schadenfall, der durch Gerüste oder andere Baumaßnahmen begünstigt wurde, trotzdem die volle Versicherungsleistung zu bekommen.

Apothekentypische Risikoveränderungen

Zyto, Blister, Versand, Sanitätshaus & Co.

apotheken versicherungen sonderrisiken blisterzentrum DenPhaMedSpätestens seit den 1960er Jahren erweitert sich die Leistungspalette von Apotheken immer mehr.

Mittlerweile gibt es auch Betätigungsfelder, die zusätzliche Anforderungen an den Versicherungsschutz stellen, andere wiederum sind unproblematisch mitversicherbar.

Alle aber Tätigkeitsausweitungen sollten dem Versicherer vor dem ersten Schadenfall bekannt sein, sonst stehen nervenaufreibende und zeitaufwendige Auseinandersetzungen mit der Versicherungsbürokratie auf der Tagesordnung.

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Reinraum

Die Apothekenbetriebsordnung verlangt für die Herstellung von Zytostatika und Parenteralia ein Sterillabor. Solche auch Reinraum genannte Sterillabore stellen jedoch im Bereich der Betriebsunterbrechungsversicherung im Vergleich zum Betrieb einer Offizin-Apotheke ein deutlich höheres Risiko dar.

Bereits eine vermeintlich kleine Feuchtigkeitseinwirkung verlangt den sofortigen Herstellungsstopp im Sterillabor. Zur Wiederherstellung des ordnungsgemäßen Zustands nach einem Feuchtigkeitsschaden bedarf es circa sechs bis acht Wochen. In dieser Zeit leistet die Betriebsunterbrechungsversicherung den entgangenen Rohertrag.

Aber nur, wenn das Sterillabor ordnungsgemäß gebaut und dokumentiert, der Versicherung rechtzeitig gemeldet und im Versicherungsschutz rechtsverbindlich eingeschlossen ist. Außerdem ist dringend darauf zu achten, dass die dafür vereinbarte Versicherungssumme auch wirklich ausreicht. Mehr

Bilsterautomaten

Immer mehr Apotheken, die viele Betten in Heimen, Hospizen oder Kliniken versorgen, schaffen sich Blisterautomaten an oder nutzen dafür spezialisierte Blisterzentren. Generell ist jede Anschaffung dieser Technik eine meldepflichtige Werterhöhung, die mit Lieferung in der Inhalts- und mit Inbetriebnahme in der Elektronikversicherung eingeschlossen werden sollte. Darüber hinaus stellen sich aber auch sofort Fragen der Datensicherheit oder der Auftragsdatenverarbeitung. Diese und bei Fremdvergabe auch vertragliche Fragen sollten im Rahmen der Umstellung auf Blister-Versorgung ebenfalls geprüft werden. Anfrage Prüfung

NIR-Spektrometer

Ein noch junges Sonderrisiko, dass sich aber aller Voraussicht nach trotz Diskussionen unter Pharmazieräten und Amtsapothekern weiter verbreiten wird, sind mobile Nah-Infrarot-Spektrometer. Das Problem aus Versicherungssicht ist weniger die Technik, als vielmehr die Mobilität – insbesondere dann, wenn mehrere Apotheken sich ein Gerät teilen. Die Investitionssummen liegen mit etwa 16.000 bis 20.000 Euro deutlich über den Anschaffungswerten von Smartphones und Laptops oder Tablets, unterliegen aber identischen Mobilitätsrisiken. Mehr

Kauf von Medikamentenkühlschränken

Kühlschank ist nicht gleich Kühlschrank. Wer für seine Apotheke einen neuen Medikamentenkühlschrank anschaffen möchte, sollte auf zwei Dinge achten: Erstens, dass die DIN-Norm 58345 erfüllt wird und zweitens, dass überprüft wird, wie viel Warenwert im neuen Kühlschrank versichert ist. Mehr

Standardzulassungen und Eigenmarken

Wer in seiner Apotheke – wie es jahrhundertelang gang und gäbe war – eine eigene Herstellung betreibt, der bracht hierfür nicht nur eine pharmakologische Legitimation, sondern auch einen zusätzlichen Versicherungsschutz. Denn hier ist die AMG-Deckung zwingend vorgeschrieben. Mehr

Heilpraktiker-Praxis, Ernährungsberatung, Seminare, Kosmetik, Salzdom & Co.

apotheken versicherungen sonderrisiken heilpraktiker DenPhaMedAuch mehr oder weniger apothekenübliche Themen – wie etwa Ernährungsberatungen, Heilpraktiker-Praxen, Kosmetik-Studios, Fußpflege, Seminar-Angebote oder Salzdome – sind als Sonderrisiken zu betrachten.

So z.B. die Fußpflege, denn da gibt es ein nennenswertes Eingriffsrisiko, wenn mal ein Nagelschnitt daneben geht.

Auch deshalb ist es grundsätzlich immer angeraten, zumindest seinen Versicherungsberater vollumfänglich ins Risiko-Bild zu setzen.

Nur das schützt nach einem Schadenfalls vor einer weiteren bösen Überraschung.

Spezial-Angebote: Postfiliale, Paketdienst & Co.

Immer mehr Apotheken sehen in eher unorthodoxen Zusatzangeboten eine gute Chance auf Kundenbindung, Kundengewinnung und zusätzliche Erträge. Das ist legitim und sicher auch wirtschaftlich angeraten. Nur sollten Sie all das auch Ihrem Versicherer melden. Denn viele dieser zusätzlichen Leistungsangebote beinhalten auch Sonderrisiken, die in der Standard-Apothekenpolice nicht eingeschlossen sind. Anfrage Beratung (Formular)

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Lieferservice generell

Last but not least beliefern viele Apotheken höchst unterschiedliche Personen und Institutionen. Vom Einzelkunden über Praxen bis zur Heimbelieferung.

Manche haben auch Lieferverträge besonderer Art: Lose für Zytostatikaherstellung, Impfstoffe für Bundes- oder Landesinstitutionen wie Bundespolizei, THW, Feuerwehr, im Katastrophenschutz oder für weltweite Hilfseinsätze und dergleichen mehr. Immer mal wieder wollen Stammkunden auch Packungen in den Urlaub beziehungsweise das Winter- oder Rentnerdomizil im warmen Süden nachgeschickt bekommen.

Das Lieferrisiko ist jedoch relativ komplex, denn es betrifft meist nicht nur den Transport an sich. Oft sind in solchen Fällen auch Werte- und Haftungsfragen im Spiel. Deshalb empfehlen wir jedem liefernden Apotheken, diesem Thema einmal 30 Minuten zu widmen und unseren KFZ-Experten anzufragen