Kommissionierautomaten für Apothekenapotheken 53 kommissionierer kauf DenPhaMed

Hohe Anschaffungskosten, aber auch große Chancen

Die Anschaffung eines Kommissionierautomaten ist ein teures Vorhaben. Abgesehen von Reinräumen stellt ein Kommissionierer für Apotheker und Apothekerinnen meist die kostspieligste Investition im Bereich der technischen Ausstattung dar. Aber damit ist es noch nicht getan. Neben den Investitionskosten kommen zudem noch laufende Kosten für Betrieb und Instandhaltung hinzu. Dennoch sind Kommissionierer in Zeiten des Fachkräftemangels und für die bestmögliche Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Offizinfläche zunehmend das Mittel der Wahl. Eine solche Entscheidung will also gut überlegt und sauber kalkuliert sein.

Wichtig ist auch die Auswahl der optimalen Auslegung des Kommissionierers, denn es stehen diverse Systeme mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen zur Verfügung, die je nach Raumverhältnissen den entscheidenden Unterschied ausmachen können. Schließlich soll die Investition über viele Jahre Ertrag abwerfen. Letztlich muss in jeder Apotheke individuell geprüft werden, ob sich eine Anschaffung wirtschaftlich darstellen lässt. Wegen alledem lohnt sich eine unabhängige Beratung in den allermeisten Fällen. Denn der Apothekenbetrieb hat zwar viel mit Logistik zu tun, aber Kommissionier Kaufentscheidungen trifft man dennoch meist nur einmal im Leben.

Die frühesten Kommissionierer wurden in den 1980er Jahren für den Pharmagroßhandel entwickelt. Der Einsatz in Apotheken folgte erst später, ungefähr zur Jahrtausendwende. Mittlerweile sind Kommissionierer in Apotheken keine Seltenheit mehr: Schon 2008 sollen ungefähr 1000 Apotheken eine solche Anlage besessen haben. Heute gibt es fünf relevante Marktteilnehmer, die diese Geräte anbieten.

Eine Faustregel besagt, dass sich der Einsatz wirtschaftlich lohnt, wenn bei einer Apotheke mit einem Jahresumsatz von zwei Millionen Euro, der Umsatz um drei Prozent erhöht werden kann. Bei schwieriger Personalsituation kann sich die Anschaffung aber auch schon dadurch amortisieren, dass das vorhandene Apothekenteam mit Kommissionier-Unterstützung deutlich effektiver in der Offizin eingesetzt werden kann.


Mehr³: hinten mehr Platz, weniger Hektik in der Offizin, mehr Zeit für Kunden

Welche Vorteile können Kommissionierer einem Apothekeninhaber oder einer Apothekeninhaberin bieten?

  • apotheken 53 kommissionierer kauf hektik offizin DenPhaMedInsgesamt erlaubt eine solche Anlage mehr Personaleinsatz im direkten Kundenkontakt. In Zeiten des Fachkräftemangels gewinnt dieses Argument noch einmal an Bedeutung.
  • Darüber hinaus spart ein Kommissionierautomat in der Offizin Zeit, da das Gerät Arzneimittel zumindest im Mittel schneller zum Ladentisch befördert, als es Menschen können. Dieser Zeitgewinn kann für die Beratung oder für zusätzliche Kunden genutzt werden.
    • Weitere Zeitspar-Argumente: Der Wareneingang ist in einem Bruchteil der ansonsten nötigen Zeit zu bewältigen, Bestände im Automaten stimmen immer. Retouren, Rückrufe oder Heimbelieferungen werden problemlos erledigt, Lagerbereinigungen oder Verfall-Listen können mit einem Knopfdruck erstellt werden.
  • Zusätzlich sind Kommissionierer echte Platzwunder, denn meist benötigen sie sogar weniger als die Hälfte des Platzes eines Generalalphabets. „Hinten“ ist also mehr Platz für andere Sachen.

Unser Tipp: Zum Beispiel für einen neuen Medikamentenkühlschrank, denn in Apotheken erfüllen viele Geräte nicht mehr die empfohlene Norm.


  • Nicht zuletzt gewinnt die Offizin an Ruhe, da Mitarbeiter nicht mehr permanent zwischen Kundenberatung und Lager hin- und herpendeln müssen. Das wirkt sich positiv auf die Atmosphäre in der Apotheke aus.


Neugründung und Umbau mit oder ohne Kommissionierer?

apotheken 53 kommissionierer kauf umbau DenPhaMedEs gibt üblicherweise drei Situationen, in denen sich Apothekern und Apothekerinnen die Frage stellt, ob die Anschaffung eines Kommissionierautomaten sinnvoll ist:

Bei Apothekengründungen, im Rahmen von Sanierungen oder Modernisierungen und bei Mitarbeitermangel

Allerdings ist die Anschaffung eines Kommissionierers eine kostspielige Angelegenheit, die reiflich überlegt sein will.

Die erste Entscheidung, die zu fällen ist, betrifft die Systemfrage: Standard oder Individuell.

Denn bei der Planung eines Kommissionier-Automaten kommt es auf drei Dinge an:

  1. ist der vorhandene Raum bestmöglich auszunutzen, denn Kommissionierer sollten immer nach dem zukünftigen Bedarf geplant werden, nicht nach dem aktuellen. Denn es gibt bis auf einen Anbieter keine Automaten, die später kostengünstig in der Höhe und oder Länge nachrüstbar sind.
  2. das konkrete eigene Lager muss in der Tiefe analysiert werden, statt bei der Kapazitätsbemessung von den üblichen Durchschnittswerten an Packungsgrößen auszugehen.
  3. ist die Art der Lagerhaltung wichtig, hier kommt es unter anderen auf die Anzahl und das Volumen von Direktkäufen sowie die Lieferfrequenzen des Großhandels an. Aber auch Zukunftsfragen in Bezug auf eine geplante virtuelle Sichtwahl sowie bei Mehrbesitz die internen Verteilungsprozesse sind wichtig.

Es muss also tatsächlich auch hineinpassen, was während der gesamten Nutzungsdauer an Warenbestand anfallen könnte. Deshalb ist eine aktuelle Auslastung von 60 oder 70 Prozent anzuraten, damit später das Lager nicht zwangsreduziert werden muss oder doch wieder das Generalalphabet zum vollen Einsatz kommen muss. Von daher sollten auch spezielle Umbaukosten nicht gescheut werden, wenn dadurch ein hinreichend großer Automat Platz finden kann.

apotheken 53 kommissionierer kauf investitionskosten DenPhaMedDie Investitionskosten setzen sich aus mehreren Teilen zusammen:

  1. Kaufpreis für den Automaten
  2. Kaufpreis für evtl. benötigte Fördertechnik
  3. Kaufpreis für Erweiterungen, z. Bsp. vollautomatische Einlagerung
  4. Dienstleitungspauschale. Diese deckt üblicherweise die Projektierung, Anlieferung, Montage, Inbetriebnahme sowie Schulung des Apotheken-Teams ab.
    > Zu prüfen: Versicherungsschutz bis zur Inbetriebnahme (Mail an Zentralbüro)

Ab Inbetriebnahme fallen obligatorische monatliche Wartungskosten an, bei denen eine durchschnittliche Größenordnung von 500 bis 600 € ausgegangen werden kann. Dafür sind das dann aber auch All-Inklusiv-Leistungen, die alle Wartungen, Reisekosten, Arbeitszeiten und sämtliches Material beinhalten. Das kann dann auch mal eine Greifer-Einheit für 10.000 Euro oder mehr sein. Doch Achtung: das gilt nicht für Beschädigungen, die durch äußere Einflüsse, Einbrecher oder gar durch – übrigens recht häufige – Eigenschäden des Personals verursacht worden sind. Hier ist unbedingt die Apothekenversicherung zu prüfen, ob solche Kosten vollständig abgedeckt sind. Mehr

Standardsystem

Standardsystem

  • Günstige Anschaffung (ab ca.
    60.000 Euro)
  • Einfache Planung, wenig Aufwand beim Einbau
  • Gibt es in diversen Höhen und Längen
  • Muss raumtechnisch genau passen
  • nicht individuell anpassbar
Individuelles System

Individuelles System

  • Optimale Raumausnutzung
  • Bessere Kosten/Nutzen-Effizienz
  • Planung und Einbau einfach, da an die Gegebenheiten angepasst
  • Bei Mehrbesitz können einheitliche Systeme leichter verbaut werden
  • Höherer Anschaffungspreis (ab ca. 80.000 Euro)
Komplexes System

Komplexes System

  • Auch in kleinen Objekten (z.B. Keller-Lösung)
  • Schafft dringend benötige Offizin-Fläche
  • Komplexe Fördertechnik oder vollautomatische Einlagerung
  • Hoher Anschaffungspreis (auch über 100.000 Euro)
  • Planung und Einbau meist aufwändiger

Alle fünf hierzulande führenden Marktteilnehmer sind in fast allen Fällen in der Lage, ein geeignetes Produkt für das jeweilige Projekt anzubieten. Unterschiede gibt es jedoch bei der Greiftechnik, hier gibt es reine Sauger, gemischte Sauger- und Klemmtechnik oder reine Klemmtechnik.

  • Saugtechnik: die jeweils benötigte Packung wird im Regal angefahren, angesaugt und zur Ausgabestelle befördert. Dazu ist eine „sortenreine“ Lagerung pro Regalbereich erforderlich, oder das Logistik-System basiert sowieso nur auf Einzelpackungen.
  • Greif- oder Klemmtechnik: kann auch bei mehrfachtiefer Lagerung unterschiedlicher Packungen die jeweils benötigte im Erstzugriff entnehmen und zur Ausgabe transportieren. Teilweise ist aber eine Rückfahrt nötig, die beim Sauger entfällt.

Kommissionier-Auswahl: wichtig, komplex, langfristig und kostenintensiv

Wer nach Kommissionierern sucht oder fragt, muss sich folgender allgemeingültiger Marktlogiken bewusst sein:

  • Coca-Cola-Effekt: Der Name des Marktführers wird immer zuerst gefunden oder benannt. Was jedoch noch nichts über die geeignetste Lösung aussagt.
  • Augenklappen-Effekt: Alle Infos der Hersteller zeigen ausschließlich die Vorteile auf. Was den Fokus immer nur auf einen Teil der Kriterien lenkt.
  • Äpfel & Birnen-Effekt: Jeder Berater der Hersteller ist von seinem Produkt voll überzeugt. Wodurch ein echter Vergleich so gut wie immer unmöglich wird.

Wer also mit dem Gedanken spielt, sich einen Kommissionierautomaten anzuschaffen, sollte sich dazu professionellen Rat holen. Es gibt herstellerunabhängige Berater, die mit dem Apothekeninhaber oder der Apothekeninhaberin genau durchrechnen, ob und wie sich ein Kommissionier für die konkrete Apotheke rechnet oder eben nicht. Diese Experten sind dann obendrein in der Lage, die räumlichen, organisatorischen und technischen Erfordernisse und Möglichkeiten mit einzubeziehen, so das am Ende eine rundum begründete Entscheidung gefällt werden kann.

Üblicherweise lässt sich eine seriöse Beratung in drei Phasen unterteilen:

  1. die Erstberatung,
  2. eine Angebotsanalyse und
  3. die Auftragsverhandlung.

Die Erstberatung umfasst vor allem eine Wirtschaftlichkeitsprüfung. Nur wenn feststeht, dass ein Kommissionierautomat wirtschaftlich betrieben werden kann, wird die Beratung fortgesetzt.

apotheken 53 kommissionierer kauf beratung analyse DenPhaMedNeben der Frage der Wirtschaftlichkeit muss zudem geklärt werden, welche konkreten Leistungen von dem Gerät erwartet werden und welche Standorte sich in der Apotheke anbieten oder unter Umständen durch Umbauten geschaffen werden können.

Im zweiten Schritt müssen dann – sofern es eine positive Entscheidung für einen Kommissionierer gab – die Angebote der verschiedenen Hersteller und ihrer Geräte geprüft werden.

Wurden in diesem zweiten Schritt ein Gerät oder mehrere identifiziert, die den Bedarf der Apotheke decken, können konkrete Angebote eingeholt werden und die Kaufverhandlungen beginnen.

Ein Kommissionierautomat könnte auch für Ihre Apotheke infrage kommen? Sie sind sich aber nicht sicher, ob sich eine solche Investition lohnt? Dann können wir Ihnen gerne einen unabhängigen Berater zur Verfügung stellen. (Mail an Zentralbüro)


Drei Tipps zum Schutz von Kommissionierern:

Doppelversicherung

Viele Leasing-Verträge für Kommissionierautomaten, aber auch der Apotheken-Software, von Alarmanlagen oder anderen teuren technischen Geräten wie zum Beispiel MIR- und NIR-Spektrometer, enthalten zusätzliche versteckte Kosten für Versicherungsleistungen. Um Doppelversicherung zu vermeiden, sollten die Apotheken-Policen dahingehend überprüft werden.

Unterversicherung

Mit Anschaffung eines Kommissioniers erhöht sich der Apothekenwert deutlich. Es sollte daher überprüft werden, ob dadurch eine Unterversicherung entstehen könnte. Denn das würde den Versicherungsschutz der gesamten Apotheke deutlich entwerten. Wir empfehlen deshalb eine Absicherung, die darauf gänzlich verzichtet. Zur Unterversicherungsprüfung (Mail an Zentralbüro)

Feuerlöscher

Im Bereich von Kommissionier-Automaten, Servern und anderen elektronischen Großgeräten sollten ausschließlich sogenannte CO²-Feuerlöscher bereithalten und verwendet werden. Denn Schaum- und – noch verheerender – Pulver-Löscher richten dort mehr Schaden an, als die meisten Brände verursachen oder jeder Einbrecher, der damit seine Spuren verwischen möchte.

apotheken 53 kommissionierer kauf fragen technik DenPhaMedEs sind vor allem die Kommissionierer, die während der Einbauphase und im Betrieb unbedingt versicherungstechnisch perfekt abgesichert sein müssen. Schließlich hängt davon die Funktionalität der Apotheke ab. Aber es gibt auch andere technische Geräte, die es unter Absicherungskriterien im Auge zu behalten gilt.

Sie haben gezielte Fragen in Sachen Kommissionierter oder anderer Apotheken-Technik?

Dann stellen Sie uns diese gerne. Ihre Themen (Mail an Zentralbüro)