apotheken kaufmaennische SorgfaltspflichtKaufmännische Sorgfaltspflicht - Apotheker / in

Ein Risiko in der Apothekenabsicherung 

Zusätzlich zu den auf der Seite unechte Risiken (link auf Seite echte und unechte Risiken) beschriebenen Retax-Fällen kommen noch ebenso ärgerliche wie teure Ereignisse vor, deren Ursache direkt in der Apotheke liegt und bei denen ein Verstoß gegen die kaufmännische Sorgfaltspflicht vorliegt. Das ist immer dann der Fall, wenn der Schaden bei sachgemäßer Bearbeitung nicht entstanden wäre.

Leider stellen aus Versicherungssicht solche Ereignisse keinen Schaden dar – obwohl sie kaufmännisch selbstredend einen Vermögensschaden bedeuten – weil Versicherungen eine andere Schadensdefinition haben, als die meisten Versicherungsnehmer denken. Mehr

Deshalb besteht für solche Schäden grundsätzlich kein Versicherungsschutz, was aber nicht heißt, dass sich die Kosten solcher Schäden nicht vermeiden oder gar minimieren ließen. Doch dafür ist Sachkenntnis und Kreativität gefragt.

Ein Beispiel im Schnelldurchlauf

apotheken versicherungen sorgfaltspflicht schnelldurchlauf DenPhaMedEine Kundin mit schwerer Rheumaerkrankung, Medikation seit Jahren Enbrel in der Version mit MyClick. Dringende telefonische Bestellung beim Hersteller. PKA schwört, die Version mit MyClick“ bestellt zu haben – aber keinen Beweis (kfm. Risiko Nr.1). Hersteller lieferte Enbrel ohne Fertigpen, weil seiner Meinung nach die PZN dafür korrekt genannt und entsprechend bestätigt wurde. Bei Eingangskontrolle nicht bemerkt (kfm. Risiko Nr.2). Abgabe des Präparates durch angestellten Approbierten, wobei weder er noch die Kundin den Irrtum bemerkten. (kfm. Risiko Nr.3).

Zu Hause riss die Kundin die Packung auf, war jedoch nicht in der Lage, sich das Medikament ohne Fertigpen zu applizieren. Der Schaden in Höhe von 5.231,36 Euro war nun irreversibel eingetreten. Und das zahlt keine einzige Versicherung.

apotheken sorgfaltspflicht DenPhaMedDas Problem ist hier eigentlich keine Fehlabgabe, sondern das Fehlen eines autorisierten Applikators. Doch diesen Gedanken hatte die Inhaberin in Ihrer Panik wegen der hohen Schadensumme nicht.

Die Lösung: Wir konnten die behandelnde Ärztin überreden, ihrer Patientin das Enbrel in der Praxis zu spritzen. Wenn nicht, hätten wir z.B. DRK oder einen Pflegedienst angefragt. Nun konnte das Rezept ordnungsgemäß abgerechnet werden. Kulanterweise hat der Versicherer die Taxikosten für zehn Praxisfahren hin und zurück übernommen. Die Apothekerin hat ihrer Kundin als Entschädigung zwei Opernkarten spendiert und der Arztpraxis als Dankeschön einen sehr guten Tropfen spendiert.

Wir suchen skurrile Schadenfälle

apotheken versicherungen sorgfaltspflicht tuer DenPhaMedWir verstehen uns als Dienstleister für Apotheker. Deswegen sammeln wir solche Beispiele, um einerseits dazuzulernen und andererseits zu prüfen, was wir für die Zukunft versicherungstechnisch beachten werden oder wie man einen solchen Fall elegant regeln kann.

Haben Sie auch schon mal einen ähnlich skurrilen Schaden erlebt? Oder einen, der nicht reguliert werden konnte? Dann schreiben Sie uns oder senden Sie uns einfach eine Rückrufbitte und wir melden uns bei Ihnen.