apotheken inhaltsversicherung glaserei DenPhaMedDie apothekengerechte Inhaltsversicherung ist selten 

Die Einrichtung einer Apotheke, das Warenlager und technische Ausstattung samt Labor werden mit einer Inhalts- oder Werteversicherung abgesichert. Üblicherweise betrifft das Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Einbruchdiebstahl, Raub, Vandalismus, Sturm- und Hagelschäden. Immer wichtiger wird der Schutz im Falle von Umweltrisiken wie insbesondere Starkregen, Überschwemmung, Lawinen und neuerdings häufiger Orkane und Wirbelstürme. Den umfassendsten Schutz bieten sogenannte All-Risk-Policen, die auch unbenannte Gefahren abdecken. Mehr

Das hört sich zuerst einmal sehr vielversprechend an, doch leider gibt es für Apotheker bei den gängigen Inhaltsversicherungen meist zwei grundsätzliche Probleme:

  • Zum einen gibt es nur sehr wenige Versicherungen, die ihre Bedingungen an das Apothekenrecht angepasst haben.
  • Zum anderen finden sich oft allgemeine Formulierungen in den Bedingungen, die zwar für viele Unternehmen und Gewerke akzeptabel sind, bei Apotheken aber zu einer existenziellen Bedrohung werden können.

Anders gesagt: Neben der Vernachlässigung des Apothekenrechts scheitern viele Policen auch daran, dass sie die Besonderheiten des Apothekenalltags nicht wiederspiegeln.
 

Die apothekenspezifischen Risiken sollten alle Apothekeninhaber kennen

apotheken inhaltsversicherung apothekenspezifische risiken DenPhaMedDie prägnantesten Beispiele für solche Absicherungsprobleme haben wir in den apothekenspezifischen Risiken zusammen gefasst. Zumindest diese sollten auch Apotheker lesen, die gar keine Lust auf Versicherungsthemen haben – und das dürfte nach unserer Erfahrung die weite Mehrzahl sein.

Ein Beispiel, dass wirklich jede Apotheke betrifft:

Die Versicherungsprämie richtet sich üblicherweise nach dem Wert des Objektes. Bei vielen Unternehmen ist das unproblematisch und ein nachvollziehbares Vorgehen, denn die Werte schwanken selten. Anders bei Apotheken. Da schwanken sie saisonal, nach dem Wetter, dem Pollenkalender und natürlich dem Rezeptaufkommen. Und: Stichwort Impfsaison, Zytostatika, Onkologika – allein das lässt den Wert jedes Apothekenkühlschrankes täglich um tausende Euroschwanken.

Wer also irgendwann für seinen Apothekenwert einmal einen Mittelwert angegeben und versichert hat, der muss hoffen, dass am Schadenstag gerade wenig auf Lager ist, denn wer gerade seine Großhandelseinkäufe bekommen, seine Hausbelieferung zusammengestellt oder Defekturen vorgehalten hat, der wäre nach dem üblichen Verfahren unterversichert, denn ist der gemeldete Wert gerade zu niedrig, wird der Versicherer seinen Schadensausgleich reduzieren – schließlich waren die Werte nicht korrekt versichert. Würde die Apotheke dagegen (was allerdings kaum vorkommt) den Jahreshöchstwert versichert haben, fallen die Prämien über das Jahr viel zu hoch aus, denn die allermeiste Zeit ist Apothekenwert ja deutlich geringer.

Die Lösung dieses Dilemmas kann nur darin bestehen, dass der Tatbestand der Unterversicherung vom Versicherer (nicht vom Berater!) explizit rechtsverbindlich ausgeschlossen wird. Anfrage richtiger Versicherungswert
 

Achtung: Versicherungs-Retax

Rezepte können gewöhnlich nur in Apotheken und Sanitätshäusern abhandenkommen. Deshalb gehen Standard-Policen darauf selten ein. Werden Rezepte also zerstört – zum Beispiel durch ein Feuer – oder gehen sie mitsamt Safe verloren, entwickeln sich nicht selten wahre Regulierungsdramen. Und womöglich bekommt der Geschädigte am Ende für diese Rezepte keinen Cent ersetzt. Das nennen wir Versicherungs-Null-Retax. Sind Rezepte jedoch mitversichert, reichen die marktüblichen Summen in so gut wie keinem Falle aus, um adäquat entschädigt zu werden. Dann sprechen wir „nur“ von Versicherungs-Retax. Anfrage Rezeptsicherheit
 

Wenn der Neuwert (doch) nicht erstattet wird

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Eine Apotheke darf gem. ApBetrO nach einem Schadensfall mit Betriebsunterbrechung nur dann wieder öffnen, wenn Lager, Labor und Offizin im revisionsfähigen Zustand sind. Wurden bei einem Brand oder einem Wasserschaden Teile der geforderten Einrichtung und Ausstattung zerstört, müssen diese bis zur Wiedereröffnungsrevision ersetzt sein. Auch das ein Fall für die Inhaltsversicherung.

Fast alle Policen werden heute „zum Neuwert“ ausgestellt, sie versprechen demnach neuwertigen Ersatz. Doch das ist sehr häufig nur die halbe Wahrheit. Denn tatsächlich findet sich in den meisten allgemeinen Versicherungsbedingungen weiter hinten die sogenannte 40-Prozent-Klausel, die das Versprechen von Policen-Seite eins „Versicherung zum Neuwert“ im sog. Kleingedruckten in weiten Teilen wieder kassiert. Denn diese Klausel besagt, dass anstelle des Neuwerts nur der viel niedrigere Zeitwert zu erstatten ist, wenn der Restwert der Dinge am Schadentag bei (meist) 40 Prozent oder weniger vom Neuwert liegt. Welche finanziellen Verluste das für Inhaber und Inhaberinnen älterer oder gar historischer Apotheken bedeutet, ist jetzt sofort umreißbar. 

Deshalb ist unseres Erachtens eine Inhaltsversicherung nur dann apothekengerecht, wenn der Anbieter rechtssicher auf die 40-Prozent-Klausel verzichtet. Anfrage Neuwertersatz
 

Wenn der Pharmazierat die Sanierung nicht anerkennt

Dass letztlich die Aufsichtsbehörde entscheidet, ob eine Apotheke wieder öffnen darf oder nicht, kann bei fast allen Versicherungen zu einer Meinungsverschiedenheit zwischen dem Gutachter der Versicherung und dem PhR oder Amtsapotheker führen.

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Wenn ersterer der Meinung ist, der Schaden sei behoben und letzterer das anders sieht, endet die Zahlungspflicht der Betriebsunterbrechungsversicherung, die Apotheke bleibt aber trotzdem geschlossen.

Mit anderen Worten: ab dann zahlt der Inhaber selber oder er muss der Versicherung nachweisen, dass die Sanierungnicht lege artis war. Als letzte Konsequenz muss dann der Rechtsweg herhalten.

Alle drei wohl unstreitig Non-Optionen, denn gemäß Apothekenrecht entscheidet ausschließlich die Aufsichtsbehörde in Gestalt des Pharmazierats oder des Amtsapothekers, ob eine Apotheke nach einem Schaden wieder geöffnet werden kann. Deshalb muss eine apothekenspezifische Inhaltsversicherung immer das Votum der zuständigen Aufsichtsbehörde anerkennen. Anfrage Pharmazieratklausel
 

Wer zahlt, wenn Scheiben zu Bruch gehen?

Viele Apotheken haben sehr große Schaufensterflächen. Sie sollten deshalb eine hochwertige Glasversicherung. Im Idealfall ist diese in der Inhaltsversicherung inbegriffen. Um die Jahrtausendwende herum waren Apotheken in Mode, die fast schon einen Glashaus-Charakter hatten: Vollverglaste Fassaden, Regalsysteme und aufwendige Wandverkleidungen Glas und Kunststoff. Üppige Werbeleuchtschriften an der Apotheke oder in der Nähe. Zudem ist recht häufig Spezialglas im Einsatz, zum Beispiel für den erforderlichen Wärmeschutz der Schaufenster, eingebaute Notdienstklappen oder Dachkuppeln. Daher sollte eine Inhaltsversicherung, die apothekengerecht sein will, eine angemessene Glasversicherung beinhalten. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Unser Tipp:

Holen Sie sich eine zweite Meinung vom Apothekenexperten zu Ihrer Inhaltsversicherung ein. Unsere Fachleute machen das gerne für Sie – in der Sache verbindlich aber für Sie als Nutzer unserer Webseite kostenlos, versteht sich. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!