Jack in the box

Apothekenspezifische Risiken

Apotheken nur gemäß ApBetrO versichern

Viele Inhaberinnen und Inhaber versichern ihre Apothekeneinrichtung mit handelsüblichen Gewerbepolicen, deren Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB) für die KMU-Zielgruppe ausgelegt sind, also für die Risiken kleiner und mittelständischer Unternehmen generell. Apothekenspezifische Schadensursachen sind dort nicht benannt. Damit kann ein solcher Schadenfall für Apothekeninhaberinnen und Apothekeninhaber sehr ärgerlich und auch teuer werden. Denn wenn das umfangreiche Apothekenrecht mit generellen AVB kollidiert, besteht ad hoc keine eindeutige Regulierungspflicht. Dann erst einmal zählt nur das, was rechtsverbindlich benannt ist. Deshalb sollten die aus dem Apothekenrecht abzuleitenden versicherungsrelevanten Risiken, insbesondere die aus der jeweils gültigen ApBetrO, auch im „Kleingedruckten“ der zum Schadentag gültigen Versicherung hinterlegt sein.

 

Risikogerechte Absicherung für Apotheken

Hierzulande waren zum 1.1.2016 rund 36 Millionen Autos zugelassen. Da rechnen sich die Entwicklungskosten vieler Versicherungstarife. Ganz anders sieht es aus bei kleinen oder speziellen Zielgruppen wie beispielsweise Astronauten, Hebammen und eben auch Apothekeninhaber. Solche „Exoten“ mit speziellen Risikolagen und spezifischen Absicherungsbedürfnissen rechnen sich schlecht, denn die Aufwände steht in keinem Verhältnis zum möglichen Ertrag.

Um die apothekensspezifischen Risiken sollten Inhabern vor dem Schaden wissen

apothekenspezifische risiken loeffel pillen DenPhaMedWarum diese Probleme mit den apothekenspezifischen Risiken? Das liegt am Grad der beruflichen Spezialisierung. Wir haben es mit zwei Gruppen zu tun, die sich ausgesprochen fremd sind: Versicherer kennen sich selten mit Apotheken aus und Apotheker haben eigentlich nie Zeit für Versicherungen. Vorsichtig ausgedrückt eine schwierige Ausgangslage, um Apotheken adäquat versichert zu wissen. Deshalb gibt es für Apothekerinnen und Apotheker nur wenig spezifische Angebote. Doch selbst diese variieren in Umfang, Qualität und Service so erheblich, dass Apothekeninhaber allein den für ihre Apotheke(n) geeignetsten Versicherungsschutz nur höchst selten gezielt identifizieren können. 

Dieser systemimmanenten Misere tritt unser Medical Netzwork aktiv entgegen. Deshalb wirken wir aktiv an der Verbesserung von Apothekenpolicen mit und deshalb bieten wir interessierten Apothekerinnen und Apothekern mit dieser Webseite unser gebündeltes Know-how an. Wir überprüfen Policen unabhängig, anbieterneutral und kompetent. Zum Policen-Check

Die apothekenspezifischen Risiken im Überblick

Mit etwas Zeiteinsatz geht es aber auch alleine: Um eine berufsspezifische Sicherheit bieten zu können, müssen Versicherungen unter anderem die folgenden Besonderheiten aufweisen.

 Apotheker Status Bedarf Loesungen 1366px

 

15 Fragen an die eigenen Versicherungsbedingungen

Mit diesen Fragen können Apothekerinnen und Apotheker erkennen, ob und mit welcher Qualität ihre Versicherung die apothekenspezifischen Risiken berücksichtigen:

  • Inwieweit wird das Votum eines Pharmazierats oder Amtsapothekers berücksichtigt? Und sind beide Ausprägungen der sogenannten PhR-Klausel ausdrücklich mitversichert: a) äußerlich unbeschädigte aber nicht mehre abgebbare Waren und b) das Ende der Betriebsunterbrechung erst mit erfolgreicher Wiedereröffnungsrevision?
  • Gibt es eine „40-Prozent-Klausel“? (Sehr selten liegt die Neuwert-Grenze auch bei 30% oder 20%)
  • Ist Unterversicherung vereinbart oder gilt ein genereller Unterversicherungsverzicht?
  • Beträgt die Versicherungssumme für Betriebsunterbrechung mindestens 30% vom Jahresumsatz?
  • Sind Elementarschäden eingeschlossen?
  • Ist der Apothekenkühlschrank versichert? Und wenn ja, unter welchen Bedingungen, bei welchen Schadensursachen und in welcher Versicherungssumme? Gegenprobe: wie viel liegt gerade in Ihrem Kühlschrank?
  • Berücksichtigt die Außenversicherung Heim- und Praxisbelieferungen?
  • Ist die Feuerhaftung im Versicherungsschutz eingeschlossen? Und wenn ja, ist die Versicherungssumme für den konkreten Apothekenstandort ausreichend?
  • Wie wirkt sich der Vorwurf „grobe Fahrlässigkeit“ auf den Versicherungsschutz aus?
  • Welche Mitarbeiter gelten als Repräsentanten?
  • Welche Aussage steht zu Vermögensschäden in den AVB?
  • Welche Regelung treffen die Versicherungsbedingungen bei Rezeptdiebstahl?
  • Ist Trickdiebstahl wie etwa Rezeptbetrug im Versicherungsschutz enthalten?
  • Wer kommt für Umweltschäden auf?
  • Wie umfassend ist der Rechtsschutz? Greift dieser auch, wenn Vorwürfe wie Körperverletzung oder Betrug laut werden?

PhR-Klausel

PhR-Klausel

gehört in jede Apotheke

Doch das leisten nur spezielle Apotheken-Policen oder solche, die ausdrücklich auch auf Apotheken abstellt sind. Selbst Lösungen für die gesamte Gesundheitsbranche sind oft problematisch, weil diese Policen sich an den größeren Facharztrisiken orientieren.

Ob das der Fall ist, lässt sich anhand der AVB überprüfen. Dort sollten Themen wie Wiedereröffnungsrevision bzw. Ende der Betriebsunterbrechung gem. ApBetrO, Verblisterung, Heimbelieferung, Kühlgutversicherung gem. Arzneimittel-Lagerungsvorschriften und DIN 58345, Feuerhaftung, Umweltschadenhaftpflicht Baustein 1 sowie die sehr wichtige Pharmazieratklausel auffindbar und damit mitversichert sein. Mehr

Versicherungswert

Versicherungswert

Wenn aus 100 Prozent 40 werden

Vor 2001 haben Versicherer im täglichen Gebrauch befindliche und ordnungsgemäß gewartete Betriebseinrichtung zum Neuwert ersetzt. Diese Selbstverpflichtung der Versicherer wurde dann jedoch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zurückgenommen.

Seitdem kann – je nach Gesellschaft, Tarif oder Einzelvereinbarung – der Neuwert oder ein für Apotheken ungeeigneter Zeitwert vereinbart sein. Denn nach ApBetrO kann die Apotheke erst dann wieder öffnen, wenn die Einrichtung vollständig ist. Die Differenz müsste der Apothekeninhaber also selbst tragen, denn ohne all diese Dinge geht die Wiedereröffnungsrevision garantiert schief. Mehr

Unterversicherung

Unterversicherung

Etwas mehr und der Versicherungsschutz schrumpft

Apothekeneinrichtungen überdauern oft Generationen, was im Schadenfall die Wertermittlung verkompliziert. Doch gerade dann können Apothekeninhaber diesen zusätzlichen Aufwand gar nicht gebrauchen. Aber die Mitwirkungspflichten der Unterversicherungsklausel sind unerbittlich.

Die häufiger auftretende Schwierigkeit liegt jedoch am Wert des Lagers. Der ist zwar leicht zu ermitteln, doch gleichzeitig fast täglich anders. Der Warenwert bei gut gefülltem Lager – beispielsweise wegen einer aktuellen Grippewelle – erhöht jedoch den Apothekenwert am Schadentag. Liegt dann Unterversicherung vor, darf der Versicherer den Regulierungsbetrag entsprechend kürzen. Mehr

apotheken versicherungen betriebsuntebrechung aushang DenPhaMed

Betriebsunterbrechung bei Apotheken: Länger als in anderen Branchen

Betriebsunterbrechungen nach einem Sachschaden dauern in Apotheken länger als in fast jeder anderen Branche.

Das liegt einerseits an schärferen Hygieneanforderungen, was die Sanierungszeit verlängert sowie an der Wiedereröffnungsrevision, die erst nach Abstellen des Schadens erfolgen kann.

Deshalb sollten Apotheken einen höheren BU-Schutz versichern. Der Richtwert liegt bei etwa einem Drittel des Jahresumsatzes.

Angesichts zunehmender Extremwetterlagen die BU-Police auch die Elementardeckung in der gleichen Höhe einschließen. Oftmals ist das aber nicht der Fall. Mehr 


Reinräume: Fallen sie aus, geht der Umsatz in die Knie

apothekenspezifische risiken labor DenPhaMedSeit fest eingebaute Reinräume vorgeschrieben sind, hat sich auch die Versicherungslage geändert.

Denn die vorher üblichen Reinraum-Arbeitsplätze konnten bei Gefahr in Sicherheit gebracht werden und waren weiter nutzbar. Ist ein heutiger Reinraum aber nass oder hat es Feuer gegeben, ist er so Zeit nicht mehr nutzbar, bis die vorgeschriebenen Hygienewerte wieder erfüllt werden.

Zu lange und zu teuer für übliche Betriebsunterbrechungsversicherungen. Sie sollten gesondertet abgesichert werden. Mehr 

 

Strafrecht

Strafrecht

Wenn Rechtsschutz aussteigt

Grob Fahrlässig

Grob-fahrlässig

Schon ist der Schutz perdu

AMG-Deckung

AMG-Deckung

Hersteller haften anders

Feuerhaftung

Feuerhaftung

Entscheidend in exponierten Lagen

Repräsentantenklausel

Repräsentanten-Klausel

Inhaber zahlt für Mitarbeiter

technische Versicherungen

Vermögens-Schäden

Wenn Beratung teuer wird

Liquiditätssicherung

Rezeptverlust

Liquiditätsengpass vorprogrammiert

Mitwirkungspflichten

Vertreter-Kosten

Ersatz kostet Geld

Mitwirkungspflichten

Apotheken-Kühlschrank

Steht meist schutzlos da

Mitwirkungspflichten

Elektronik

Zubehör geht leer aus

Mitwirkungspflichten

Außen-Versicherung

Greift oft zu kurz

Mitwirkungspflichten

Dienstreise-Kasko

Eben mal kurz was mitnehmen

 

Nachhaftung

Die sogenannte Nachhaftungszeit in der Betriebshaftpflicht schützt abgebende Apotheker vor den Folgen einer Haftpflichtforderung durch ehemalige Kunden. Denn der Nachhaftungsschutz lässt nach einer Betriebsab- oder -aufgabe mögliche Spätschäden über das Erlöschen der Police hinaus trotzdem abgesichert sein. Sinnvoll erscheinen fünf bis zehn Jahre Nachhaftungszeit. Mehr 

Es gibt noch weitere Besonderheiten des Apothekerberufs, die versicherungsrelevant sind, weil sie von handelsüblichen Absicherungen in aller Regel nicht berücksichtigt werden. Wenn Sie einen Gesamt-Überblick bekommen wollen, wenden Sie sich bitte direkt an einen unserer Regionalen Experten. Mehr

Unser Tipp

Es gibt noch weitere Besonderheiten des Apothekerberufs, die versicherungsrelevant sind, weil sie von handelsüblichen Absicherungen in aller Regel nicht berücksichtigt werden. Wenn Sie einen Gesamt-Überblick bekommen wollen, wenden Sie sich bitte direkt an einen unserer Regionalen Experten. Mehr