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Hohe Regelungsdichte bei Pharmazeuten

Es gibt Menschen, die scherzen, dass mit dem Schritt in die Offizin Apotheker und Apothekerinnen gleichzeitig einen Schritt vor den Kadi gemacht haben. Das ist sicher überpointiert, aber in diesem Bonmot steckt dennoch ein Stück Wahrheit. Weil es nur wenige Berufe gibt, die derart reglementiert sind, wie der des Apothekers oder der Apothekerin.

Es ist wohl nur geringfügig übertrieben, wenn man behauptet, dass in einer Apotheke praktisch jeder Handgriff vorgeschrieben ist. Und falls einmal – um ein Beispiel zu bemühen – die falsche Person ein verschreibungspflichtiges Medikament über den Tresen reicht, dann ist ganz schnell der Teufel los.

Die Regelungsdichte ist enorm: Apothekengesetz, Apothekenbetriebsordnung, Arzneimittelgesetz und das Betäubungsmittelgesetz sind nur die wichtigsten Regelungen und Vorschriften. Denn selbstverständlich gibt es zumindest auch noch das Medizinproduktegesetz, das Eichgesetz, das Antikorruptionsgesetz, die Arzneimittelpreisverordnung, das Arzneibuch und das Bürgerliche sowie das Strafgesetzbuch, die allesamt in den Apothekenalltag eingreifen.

Neuerdings sind mit der DSGVO und den immer häufiger auftretenden Cyber-Risiken im Heilwesenbereich massive Verschärfungen im Datenschutzrecht hinzu gekommen, die durch neue IT-Systeme wie securPharm und das geplante eRezept sicher noch heftiger in den Apothekenalltag eingreifen, als es bisher schon der Fall war. Für Praxen gilt das analog in Bezug auf die Patientendatensicherheit.

Zudem sind da auch noch Pharmazieräte und Amtsapotheker, die darüber wachen, dass in deutschen Apotheken Recht und Gesetz beachtet werden. Finden sie, dass dies nicht der Fall ist, kann in gravierenden Fällen sogar die Approbation verloren gehen.

Rechtsstreitigkeiten werden schnell zu Existenzfragen

Kommt es zu juristischen Auseinandersetzungen, sind Apothekerinnen und Apotheker daher gut beraten, wenn Sie sich eines rechtlichen Beistands versichern, der sich auf das „Apothekenrecht“ spezialisiert hat. Denn weniger spezialisierte Anwälte verheddern sich leicht im unübersichtlichen Gestrüpp der Rechtslage.

Rechtsstreitigkeiten, in die Apothekerinnen und Apotheker des Berufs wegen verwickelt werden, geraten schnell zu Existenzfragen. Nehmen wir als Beispiel Streitigkeiten über Abrechnungen mit Krankenkassen. Hier steht der Vorwurf des vorsätzlichen Betrugs fast schon automatisch im Raum. Wenn sich Apothekeninhaberinnen und -inhaber gegen solche Vorwürfe nicht umgehend und mit einem spezialisierten Anwalt zur Wehr setzen, kann das das berufliche Aus bedeuten.

service 32 apothekenrecht existenzfragen DenPhaMedDeshalb ist es sehr wichtig, dass Apotheker eine Rechtschutzpolice besitzen, die es ihnen ermöglicht, einen Rechtsstreit zum Beispiel mit Krankenkassen zu Retax-Streitigkeiten auch wirklich bis zum Ende durchzuhalten.

Das gilt natürlich für Ärzte ebenso, hier sogar noch mit einem ganz besonderen Fokus auf extrem aufwändigen und teuren Rechtsstreitigkeiten rund um vermeintliche ,‚Kunstfehler“.

Konkret müssen Rechtsschutzversicherungen für Heilberufler entsprechende Fachanwälte auch dann akzeptieren, wenn deren Honorarnote über den üblichen Erstattungssätzen der Rechtsschutzversicherer liegt.

Dasselbe gilt selbstredend auch für besonders spezialisierte Gutachter. Anfrage Rechtsschutzberatung Heilwesenberufe (Mail an Zentralbüro)

Falsches Medikament kann teuer werden

Kostspielig wird es auch, wenn Kunden einer Apothekerin oder einem Apotheker vorwerfen, ein falsches Medikament abgegeben zu haben. Weithin bekannt seit dem Urteil im Verwechslungsfall von Eugynon und Enzynorm aus den späten 60er Jahren. Und das Thema Fehlabgabe Kontrazeptiva ist seit der Diskussion um EllaOne und PiDaNa aktueller denn je. Hier hilft zweierlei: eine Apothekenversicherung, die alle versicherbaren apothekenspezifischen Risiken rechtsverbindlich abdeckt und eine Rechtsschutzversicherung, die auch die Kosten teuerer Apotheken-Fachanwälte und Spezial-Gutachter trägt.

Es gibt noch viele weitere Situationen, die in juristische Auseinandersetzungen münden können. Etwa mit Beschäftigten, wenn es ums Arbeits- oder Vertragsrecht geht. Streitigkeiten mit Hausbesitzern sind ebenfalls keine Seltenheit.

In all diesen und vielen anderen Fällen sollten Apothekerinnen und Apotheker immer auf die Unterstützung von spezialisierten Rechtsanwälten setzen, die mit dem Apothekenrecht gut vertraut sind.

Unser Netzwerk kann Ihnen den Kontakt zu solchen Fachanwälten vermitteln. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.